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Spaß & Beschäftigung

Hab’ eine tolle Zeit mit deinem Hund - aber wie? von Pia Gröning

Was kann man eigentlich mit seinem Hund alles machen?

Es gibt inzwischen jede Menge Möglichkeiten seinen Hund zu beschäftigen – egal ob „allein“ Zuhause, im Garten oder beim Spaziergang oder in der Gruppe unter Anleitung in der Hundeschule oder im Hundesportverein – für jedes Hundealter, für jedes Fitnesslevel, für jede Rassegruppe und auch für alle individuellen Vorlieben gibt es die passende Beschäftigung.

Warum ist die Beschäftigung des Hundes überhaupt wichtig?

Beschäftigung ist für die Mensch-Hund-Beziehung absolut wertvoll – vorausgesetzt sie macht beiden Spaß! Der Hundehalter verbessert seine Körpersprache und seine Trainingsfähigkeiten in Sachen Hundetraining. Der Vierbeiner bindet sich durch den gemeinsam erlebten Spaß besser an seinen Zweibeiner, was dann beim Spaziergang im Gehorsam und der Erziehung für einen großen Unterschied sorgt.

Je nachdem, was man mit seinem Hund so unternimmt, wird der Grundgehorsam des Hundes sowieso nochmal gefestigt, weil der Hund z.B. bleiben können muss, damit sein Frauchen oder Herrchen für ihn den Futterbeutel verstecken kann.

Kanalisierung - was ist das?

Wenn Ihr Hund einer bestimmten Hunderasse oder Rassegruppe angehört, dann hat er genetisch festgelegte Bedürfnisse. Nun ist aber ja nicht jeder Jäger oder Schäfer, um seinen Hund artgerecht beschäftigen zu können.

Vielleicht haben Sie schon mal von dem Begriff Kanalisierung gehört?

Damit ist gemeint, dass Sie sich bemühen die genetisch bedingten Bedürfnisse Ihres Arbeitshundes in abgeleitete Beschäftigungsformen umzulenken, die dem ursprünglichen Einsatz der Hunderasse möglichst nah kommt. Typische Beispiele sind statt Wildspuren zu suchen Mantrailing (Personensuche) oder Eigenfährte. Statt Schweißarbeit Leberwurstwasserfährten. Statt Wild apportieren, Dummytraining. Statt nach Wild stöbern, die Stöbersuche nach dem Futterbeutel oder anderen Motivationsobjekten usw… 

Bewegungsreiche Beschäftigung wie Zughundesport, Longiertraining, Frisbee spielen & Co. hilft beim Frustabbau, wenn der Hund zum Beispiel durch ein Jagd- oder Aggressionsproblem vermehrt an der Leine geführt wird.

Beschäftigung beim Spaziergang kann im Hunde-Alltag Langeweile vorbeugen und somit daraus möglicherweise entstehende Probleme wie Joggern hinterher zu rennen oder nach Wild zu suchen.

Wenn der Hund sich beim Spaziergang auf „Wald-Agility“ und Nasenarbeit einlässt, dann ist das gleichzeitig auch ein Training dahingehend, das er sich auf seinen Hundeführer einlässt und andere Ablenkungen wie Passanten und tolle Gerüche ausblendet – das hat also auch wieder positive Auswirkungen auf den allgemeinen Gehorsam des Hundes.

Kurzüberblick Beschäftigung

in der Wohnung

  • Nasenarbeit: Schnüffelspiele mit Leckerchen und Spielzeug, Geruchsunterscheidung, Apportieren, benannte Gegenstände suchen, ZOS
  • Tricktraining 
  • Fitnessübungen für den Hund
  • Anfänge des Treibballs
  • Umrunden
  • Targettraining
  • Auffrischung des Grundgehorsam
  • Konzeptlernen
  • Elemente aus dem (Rally) Obedience
  • Elemente aus dem (Rally) DogDance
  • Hund als Haushaltshilfe

im Garten (zusätzlich zu den Übungen in der Wohnung)

  • Longiertraining
  • Hürdenrennen mit Geruchsunterscheidung
  • Elemente aus dem Agility, Treibball, Frisbee
  • Nasenarbeit: Wurstwasserfährten, Stöbersuche
  • Cavalettitraining
  • Bodenarbeit nach der Tellington TTouch® Trainingsmethode

beim Spaziergang

  • Nasenarbeit: alle Varianten – viele werden im Verlauf des Artikels noch näher vorgestellt
  • Apportieren/Dummytraining
  • „Wald-Agility“: über umgefallene Baumstämme springen, darauf balancieren, Slalom um Bäume, Bäume umrunden usw.
  • Kletterspiele
  • Wasserspiele (Planschen, Suchen, Apportieren oder einfach nur so schwimmen)
  • Zughundesport und Carnicross
  • Elemente aus dem Longiertraining/Umrunden
  • Bodenarbeit nach der Tellington TTouch® Trainingsmethode
  • Frisbee
  • Auffrischung Grundgehorsam
  • Tricktraining
  • Anschleichen an kleine Vögel, Kaninchenbauten
  • Tierspuren anzeigen lassen
  • Fahrrad-Begleithund
  • Joggen
  • Pferd-Begleithund

Hundesportarten

  • Longiertraining (auch Rally)
  • Treibball
  • DogDance (auch Rally)
  • Agility
  • NADAC Hoopers Agility
  • Mantrailing
  • Flächensuche (Rettungshundarbeit)
  • Obedience (auch Rally)
  • Turnierhundesport
  • VPG (Schutzhundesport)
  • Zughund
  • Carnicross
  • Hürdenrennen mit Geruchsunterscheidung
  • Flyball
  • ZOS

Wie finde ich die richtige
Beschäftigung für meinen Hund?

Beschäftigung ist für die Mensch-Hund-Beziehung absolut wertvoll – vorausgesetzt sie macht beiden Spaß! Der Hundehalter verbessert seine Körpersprache und seine Trainingsfähigkeiten in Sachen Hundetraining.

Der Vierbeiner bindet sich durch den gemeinsam erlebten Spaß besser an seinen Zweibeiner, was dann beim Spaziergang im Gehorsam und der Erziehung für einen großen Unterschied sorgt.

Je nachdem, was man mit seinem Hund so unternimmt, wird der Grundgehorsam des Hundes sowieso nochmal gefestigt, weil der Hund z.B. bleiben können muss, damit sein Frauchen oder Herrchen für ihn den Futterbeutel verstecken kann.

Was können wir tun?

Bevor Sie mehr Detailinfos zu den genannten Beschäftigungsmöglichkeiten bekommen, gibt es einige Kriterien zu beachten, wie jeder Hundeführer für sich und seinen Hund die passende Beschäftigung findet.

Das Thema Kanalisierung wurde ja bereits angesprochen. Darüber kann man sich als zukünftiger Hundehalter übrigens bereits vor der Anschaffung des Tieres Gedanken machen. Wenn Ihr Hund einer bestimmten Rasse bzw. Rassegruppe angehört, dann macht es absolut Sinn sich damit auseinander zu setzen, welche Aufgaben diese Rasse ursprünglich hatte und als erstes die diesen ähnelnden Beschäftigungen auszuprobieren. Der Beagle ist z.B. ein Spurensucher und hat im Bereich Nasenarbeit sicherlich Spaß an der Rückspursuche, der Eigenspur (also z.B. ein Würstchen an der Schnur hinter mir hergezogen), der Wurstwasserfährte oder auch dem Mantrailing.

Der Retriever apportiert in der Regel gerne und ist dann im Dummytraining gut aufgehoben – und natürlich bei den Wasserspielen. Auch der Vorstehhund und Spaniel hat am Dummytraining häufig Spaß. Doch Münsterländer, Weimaraner, Viszla & Co. benötigen dann vergleichsweise doch mehr Action und deswegen sollte unbedingt neben dem Freilauf auch der Zughundesport, Longiertraining und alles was mit schneller Bewegung zu tun hat, ausprobiert werden, so wie sämtliche Bereiche der Nasenarbeit.

Der Spaniel benötigt hingegen weniger das flotte Tempo, dafür durchstöbert er gerne Buschwerk und liebt deswegen die entsprechenden Suchspiele. Übrigens gibt es in dem Buch „Spiele & Action für Jagdhunde“ von Pia Gröning einen Test, der einem die Wahl der Beschäftigung für seinen Jagdhund erleichtert.

Als Hütehundbesitzer muss ich mir Gedanken machen, ob ich aus ethischen Gründen wirklich meinen Hund nur so zum Spaß andere Tiere (Schafe & Co.) hüten lasse oder ob mein Hund nicht auch mit selbst kreierten Hütespielen wie z.B. im Buch „Powerspiele für Hütehunde“ von Karina Mahnke eine schöne Ersatzbefriedigung bekommt? 

Gerade die Hütehunde sind allerdings ein gutes Beispiel dafür, das sie nicht nur Spaß an kanalisierender Beschäftigung haben, sondern sich im Prinzip überall für begeistern können, wo sie ihre Schnelligkeit und Klugheit unter Beweis stellen können. Somit findet man sie in sämtlichen Hundesportarten.

Wer möglichst viel Wert auf artgerechte oder naturnahe Beschäftigung setzt, der macht mit seinem Hund Streifzüge durch sein Revier – also durch die Umgebung des Hauses, in dem er wohnt. Der Hund darf den Weg bestimmen, hingehen, wo er hingehen möchte und schnüffeln und markieren, wo es ihm beliebt. Vom Menschen oder Vierbeiner initiiertes Spiel wird dann aus den Jagdsequenzen Spurensuchen & Stöbern (= Appetenzverhalten), Fixieren, Anschleichen, Hetzen, Packen, Töten (Schütteln) und Fressen abgeleitet – denn jegliche Form von Spiel – auch das von Hunden untereinander – ist ursprünglich bei den Jungtieren eine Vorbereitung auf die Jagd gewesen oder auf die Verbesserung der Interaktion mit der arteigenen Spezies.

Ein wichtiger Faktor für die Wahl des Hundesports – oder auch die Entscheidung dagegen, ist die Fitness des Hundes und ggf. auch die eigene Fitness. So kommt z.B. die Sportart Hoopers Agility den Hundeführern entgegen, die beim Agility nicht so schnell mit ihrem Hund gemeinsam über den Hundeplatz flitzen können oder wollen. Denn beim Hoopers Agility wird der Hund auf Distanz geführt, läuft den Parcours also quasi auf Anweisung aus der Ferne. Auch beim Longiertraining muss der Mensch nur zu Beginn des Trainings mitlaufen, dann wird es für den Menschen eher gemütlich. Genauso beim Treibball. Und auch beim Zughundesport ist auf menschlicher Seite wenig Fitness von Nöten.

Um so wichtiger ist es allerdings, dass ich als Hundebesitzer immer hinterfrage, wie viel Belastung ich meinem Hund eigentlich zumuten möchte und kann?

Denn es passiert vor allem unter Anleitung aber auch durch mangelndes Fachwissen schnell, dass der Hund körperlich überfordert wird. Ist es wirklich nötig, dass mein Hund zum Spaß beim Agility ständig die volle Hürdenhöhe springen muss? Bin ich gut im Frisbee werfen und setze meinem Hund nicht unnötig Gesundheitsrisiken durch ungeschickt geworfene Frisbees aus? Sind die ständigen Stops beim Wurf mit der Ballschleuder und Co. wirklich auf Dauer zumutbar?

Wenn der Hund im Hundesport geführt wird, dann sollte mindestens jedes Vierteljahr ein Check bei einem GUTEN Hundephysiotherapeuten oder noch besser Hundeosteopathen oder Hundechiropraktiker erfolgen. Der nicht spezialisierte Tierarzt begutachtet in der Regel weder das Gangbild des Hundes noch hat er das nötige Feingefühl in den Händen, um Verspannungen, Blockaden und Co. zu ermitteln und dann auch entsprechend zu behandeln! 

Es gibt nicht ohne Grund auch immer mehr Hundeschulen und Hundephysiotherapeuten, die präventive Fitnesskurse für Hunde anbieten, damit sie die Belastungen beim Hundesport besser kompensieren können. Teilweise kann man diese Übungen auch alleine mit seinem Hund Zuhause durchführen. Auch im Bereich des Tricktrainings finden sich viele Elemente, die sich zum Warmmachen des Hundes und zum Aufbau bestimmter Muskelgruppen eignen. Eine Empfehlung zu dem Thema ist  das „Praxisbuch Hundefitness: Grundlagen, zielgerichtetes Training und individuelle Übungskombinationen“ von Carmen Herritier.

Außerdem gibt es bei uns in der Hundeschule eine wöchentliche Fitnessgruppe für Hunde:

und regelmäßig findet der Workshop „Verspannungen erkennen und lösen“ mit Annett Pannenbäcker statt.

Letztendlich gilt es aber sich im Vorhinein zu der Sportart oder der Beschäftigung zu informieren und es dann einfach auszuprobieren! Wichtig ist: Wie benimmt sich der Hund nach dem Sport oder der Beschäftigung? Kommt er schnell runter von seiner Erregung und schläft ruhig ein? Ist er dann für den oder mehrere Tage ausgeglichener als ohne? Zeigt er nach dem Sport keinerlei vermehrte Aggression? Entwickelt er langfristig betrachtet kein unerwünschtes Verhalten wie vermehrtes Jaulen und Bellen, Probleme anderen Mensch-Hund-Teams beim Training zuzuschauen, ständige Anspannung, Probleme mit dem Bleibsignal etc.?? Auch das Körperliche darf wieder beachtet werden: Wirkt der Hund sehr erschöpft? Ist seine Haut rund um die Wirbelsäule gut verschiebbar oder sind so genannte Muskel-Verklebungen zu fühlen = die Haut wirkt angespannt und an der Wirbelsäule festsitzend. 

Ansonsten ist natürlich wichtig, das BEIDE Spaß empfinden – somit ist jegliches laute Wort oder gar Strafen ein absolutes NOGO, wenn es um das Thema Beschäftigung geht!

Training über Belohnung und Lachen, wenn Fehler passieren sind eine Selbstverständlichkeit – denn wir machen das ja, um gemeinsam mit dem Hund eine schöne Zeit zu verleben – und da haben negative Gefühle und Gedanken keinen Platz!

Wie oft sollte der Hund beschäftigt werden?

Solch eine Frage lässt sich sehr schwer pauschal beantworten. Ist mein Hund sowieso schon schnell gestresst und neigt zur Aufregung, dann hat er genug damit zu tun von seinem Adrenalinlevel runter zu kommen und benötigt nicht noch mehr Aufregung bzw. nur sehr dosiert auf 1 mal in der Woche ein „Hundeevent“. Die meisten Hunde finden es gut so 1-2 mal in der Woche einer konkreten Beschäftigung in der Hundeschule, dem Sportverein ö.ä. nachzugehen und ansonsten die Beschäftigung in den Alltag zu integrieren.

Generell sollte ich als Hundehalter auch darüber nachdenken, dass ich meinem Hund, wenn ich immer mehr mit ihm mache, auch immer mehr Kondition antrainiere. Bin ich zum Beispiel bei 20 km Fahrrad fahren pro Tag für einen Vorstehhund angekommen, muss ich mich fragen, ob ich das auch wirklich jeden 2. Tag zeitlich leisten kann, das meinem Hund zu bieten?

Man kann versuchen bei der ursprünglichen Arbeitshundehaltung Richtwerte zu finden. So wird z.B. ein Deutscher Jagdterrier oder eine Bracke, der/die für Drückjagden eingesetzt wird, im Herbst und teilweise im Winter 1-2 mal pro Woche eingesetzt – erbringt also körperlich absolute Hochleistungen und im Frühjahr und Sommer ist nicht viel los.

So auch bei vielen Hütehunden – tagelanges Nichtstun und dann wieder sehr arbeitsintensive Tage.

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie mit Ihrem Hund zu viel oder zu wenig machen, dann testen Sie über einen Zeitraum von 3 Wochen, indem Sie eine bestimmte Beschäftigung weglassen oder kürzere Spaziergänge machen oder längere – je nach Vermutung und ziehen danach ein Fazit. Wie hat mein Hund sich in den 3 Wochen verändert? 

Wenn Sie einen Hundetrainer um Rat bitten, dann achten Sie darauf, ob dieser sich mit Ihrer Hunderasse auskennt, Ihnen nicht einfach nur einen Kurs verkaufen möchte, der gerade Teilnehmer benötigt, ob dieser Erfahrung mit verschiedenen Bereichen der Beschäftigung hat und welchen Eindruck seine Hunde auf Sie machen – wirken Sie ausgeglichen (soweit Sie die Hunde in unterschiedlichen Alltagssituationen zu Gesicht bekommen, um das beurteilen zu können)?

Pia Gröning

Referentin Pia Gröning

Ich persönlich achte bei meinem Münsterländer (10 Jahre)  und meinem Spaniel (3 Jahre) darauf, dass sie sich 1-2 mal in der Woche selbstbestimmt körperlich auspowern können (also so viel wie sie möchten) und ansonsten gehen wir täglich insgesamt um die 2 h spazieren. Bei den Spaziergängen laufen die beiden viel frei und haben Zeit zum Schnuppern und auch mal buddeln. Gehorsamsübungen aus dem Antijagdtraining und das Thema Wild anzeigen sind ständiger Begleiter und damit verdienen sie sich einige Leckereien unterwegs.

Wir machen hier und da mal kleine Beschäftigungen aus dem Bereich Dummy Training/Apportieren, Nasenarbeit und „Wald-Agility“ oder sind am Wasser zum Schwimmen. 1-2 mal in der Woche sind wir mit dem Fahrrad unterwegs. Im Garten gibt es fast täglich Suchspiele. In der Wohnung üben wir alle paar Tage Tricks und mit dem Spaniel, das er sich bürsten und scheren lässt, also Medical-Training. Ansonsten je nach Temperaturen und Zeit steht auch mal Longiertraining an.

Die Beschäftigungsarten im Detail

Da das fast ein eigenes Buch ist :-), bitten wir um euer Verständnis, dass es nicht von heute auf morgen geht für jedes genannte Thema Texte und Videos bereit zu stellen – aber wir arbeiten dran!

Die Beschäftigungsarten im Detail

Cavaletti-Training von Katrin Stiller

Wie der Name es bereits verrät ( Cavaletti = kleines Pferd) kommt das Cavaletti-Training unbestreitbar aus dem Pferdesport. Gemeint sind damit die „kleinen Hürden“ bestehend aus einer langen Stange mit an den Enden befestigten Holzkreuzen, die sich durch einfaches Drehen in der Höhe verstellen lassen. Inzwischen gibt es verschiedene Varianten, z.B. auch aus Kunstoff. 

Seit vielen Jahren wird das Cavaletti-Training nun auch im Hundesport/-training  eingesetzt. Dabei unterscheidet sich eigentlich nur das Equipment, welches natürlich auf die Körpergröße abgestimmt wurde. Die Zielsetzung ob bei Pferden oder Hunden ist im Großen und Ganzen gleich, wobei sich im Hundetraining inzwischen eine größere Vielseitigkeit zeigt. 

Cavaletti-Training ist eine äusserst sinnvolle wie auch spassbringende Beschäftigung mit dem Hund. Zu dem ist es relativ leicht Cavaletti-Training ohne viel Aufwand im Haus wie im Garten umzusetzen. Dennoch ist es ein anspruchsvolles Training, welches nicht ohne gewisse Vorkenntnisse und Regeln zu beachten stattfinden sollte. 

Was aber genau ist Cavaletti-Training? 

Cavalettis sind, wie bereits erwähnt, kleine Hürden, die der Hund überwinden soll. Vordergründig dient das Training zur körperlichen Fitness. Je nach dem welche Aufgaben der Hund dabei bewältigen soll, ist es auch zur geistigen Beschäftigung gut nutzbar. 

Schauen wir uns zuerst die körperlichen Aspekte an, die wir mit diesem Training erreichen:

  • Gangschule 
  • verbesserte Koordination
  • Kondition
  • Herz-, Kreislaufsystem wird angeregt
  • Dehnung
  • Balance
  • Gelenkbeweglichkeit
  • Muskelaufbau
  • Erhalt von Muskulatur (Sporthunde in der Winterpause z.B. ) 
  • Aufwärmtraining im Hundesport (z.B. Agility)
  • Rehabilitation nach/bei Erkrankungen am Bewegungsapparat 

Natürlich gibt es grosse Unterschiede ob ich den Hund wegen einer krankheitsbedingten Vorgeschichte, also im Zuge der Krankengymnastik nutze, oder einfach zur Fitness über die kleinen Hürden schicke. 

Art und Dauer des Trainings sollte immer an die körperliche Verfassung des einzelnen Hundes angepasst sein. Bei erkrankten Hunden bitte immer das Training mit einer Fachperson, am besten mit einem guten Physiotherapeuten bzw. einem Fachtierarzt für den Bewegungsapparat absprechen! Zur sportlichen Auslastung sollte der Hund eine Sportfreigabe vom Tierarzt haben.

Verschiedene Variationen wären hierbei: 

  • Anzahl der Cavalettis
  • Stangenhöhe (der Hund sollte immer über die Stangen laufen können, ohne dass die Beine eine Aussenrotation machen, die Gelenke sollten in der natürlichen Beweglichkeit nicht gestört werden, die Stangenhöhe ist an die Gangart anzupassen)
  • Gangart (Schritt, Schrittverlängerung, Trab, gestreckter Trab, Galopp) 
  • Dauer des Trainings
  • Häufigkeit des Trainings
  • Bewegungsrichtung des Hundes über die Stangen (vorwärts, rückwärts, seitwärts, in der Biegung) 
  • Anordnung der Stangen (Abstände zwischen den Stangen, Höhe der Stangen..) 

Grundsätzlich sollte Cavaletti-Training nie auf rutschigem Boden stattfinden!

Aber man kann durchaus verschiedene Untergründe ins Training einbauen: 

  • Wiese
  • Sand
  • Teppich
  • Holzfussboden
  • Waldboden
  • Sportboden
  • bei Schrittübungen ginge auch Steinboden
  • am Seeufer/im seichten Wasser
  • Balancekissen/ Balanceigel
  • am Longierkreis
  • und so manches mehr

Podcast: Cavalettitraining für Hunde mit Katrin Stiller

Zum Equipment sei gesagt, dass es inzwischen viele Möglichkeiten gibt, hier ein paar Beispiele:

  • Lochpylonen mit den passenden Stangen
  • Marke Eigenbau
  • Rundhölzer (Durchmesser richtet sich nach Größe des Hundes)
  • Dogstepper

Die Sicherheit des Hundes sollte immer Priorität haben, daher wäre es ratsam sich vorher in einem Seminar und einer Fachperson beraten zu lassen, welche Variante für seinen Hund die geeignetste wäre. 

Zur geistigen Auslastung kann man sich verschiedene Zusatzaufgaben einfallen lassen, so kann man seinen Hund wunderbar ausreichend Abwechslung im Training bieten. Hier ein paar Anregungen: 

  • Schnüffelparcour 
  • Apportieren
  • Tricks zwischen den Stangen abfragen
  • Sachen einsammeln lassen 
  • Dinge auf dem Kopf drüber balancieren

Also worauf warten… an die Cavalettis und los. 🙂

Was machen wir in der Fitnessgruppe? … von unserer Fitness-Trainerin Nathalie Wichmann

Wir arbeiten mit unseren Hunden ruhig an verschiedenen physiotherapeutischen Geräten. Diese Geräte fördern den Aufbau von einzelnen Muskelgruppen, sowie Gleichgewicht und Koordination. Das heißt das man mit ausgesuchten Übungen gezielt Muskeln z.B. an den Hinterbeinen aufbauen kann.

Dabei steigern wir mit der Zeit die Anforderung an den Hund indem die Übungen an unterschiedlichen Geräten statt finden. Dabei wird der Untergrund instabiler oder die Stellfläche für den Hund immer kleiner. Durch Instabilität wird das Gleichgewicht gefördert. Das ist für den Hund wichtig um sich besser im Gelände bewegen zu können oder auch Treppen zu laufen oder auch ins Auto zu springen. Ein weiteres Ziel ist eine gute Koordination zu fördern. Koordination ist das harmonische Zusammenwirken verschiedener Sinnesorgane mit dem Nervensystem (Hirn) und der Muskulatur.

Wenn ein Hund Beispielsweise auf dem Po sitzt und Männchen macht ist das nur möglich weil er in der Lage ist seine Muskeln zu kontrollieren und auch somit sein Gleichgewicht halten. Dabei arbeitet das Hirn auf Höchstleistung.

Fitnesstraining steigert somit auch die Hirnleistung!

Ein wichtiger Aspekt des Ganzen ist dabei das nicht nur Muskulatur aufgebaut und erhalten wird, sondern somit auch Verletzungen verhindert werden. Ein Hund der gut muskulär aufgestellt ist vertritt oder verspringt sich seltener. Das Fitnesstraining bringt aber auch noch weitere Vorteile mit sich. Ich beobachte immer wieder das ängstliche Hunde mutiger werden im Laufe der Zeit.

Wir geben den Hunden die Möglichkeit in Ruhe die Geräte auszuprobieren und auch eigene Übungen zu entwickeln. Das fördert das Selbstbewusstsein. Ebenso werden unruhige Hunde mit der Zeit ruhiger und viel aufmerksamer ihrem Halter gegenüber. Sie lernen konzentriert zu arbeiten. Ebenso wichtig finde ich, das die Hunde sich daran gewöhnen in Anwesenheit anderer Teams zu trainieren. Dabei steigert sich die Aufmerksamkeit zum Besitzer. Gerade Hunde die schnell gestresst sind wenn sie Artgenossen sehen, verändern sich dabei positiv.

Für wen ist das Fitnesstraining geeignet?

Das kann ich mit einem „Für jeden Hund“ beantworten. Die Gruppen sind für Hunde mit Gelenkerkrankungen,Bandscheibenvorfällen und auch nach Operationen geeignet. Ebenso dienen sie dem gesunden Hund zu körperlichen Auslastung und Förderung der Geschicklichkeit. Der Sporthund bekommt einen Ausgleich zu den oft einseitigen Belastungen die Hundesport mit sich bringt. Der Junghund wird optimal muskulär aufgebaut und lernt Bewegungsabläufe. Die Bindung und Kommunikation zwischen Hund und Halter wird gefördert. Die Nähe zu Artgenossen wird positiv verknüpft. Wenn ich am Ende der Stunden meine Teilnehmer anschaue sehe ich das alle Spaß dabei hatten und die Hunde sehr entspannt sind.

Das Spiel mit der Scheibe für gesunde Vierbeiner! (Autorin: Lina Engelken)

Frisbee ist eine Hundesportart, die nicht nur toll aussieht und wahnsinnig viel Spaß macht – neben der körperlichen Auslastung wird der Hund dabei auch stark geistig gefordert. Der Mensch muss lernen, die Frisbeescheibe sauber zu werfen und für seinen Hund so zu platzieren, dass er sie gut fangen kann. Der Hund muss lernen, auf seinen Menschen zu achten, um dann abschätzen zu können, wo die nächste Frisbeescheibe hinfliegen wird und wann er sie am besten fangen kann.

In einer sog. Freestyle-Kür werden dann verschiedene Würfe und Tricks sowie Körperab- und –übersprünge zu einer selbstgewählten Musik kombiniert. 

Frisbee eignet sich für gesunde Hunde. Man kann bereits mit einem Junghund trainieren, dass er die Frisbees zurück bringt und tauscht, sowie verschiedene Tricks erarbeiten.

 Da Frisbee – wenn man es richtig spielt – gelenkschonender als Bällchen werfen ist, kann es unter bestimmten Voraussetzungen auch mit körperlich eingeschränkten Hunden gespielt werden.  Denn der Hund kann die Frisbee in der Bewegung aus der Luft fangen, auslaufen und dann umdrehen und zu Herrchen/Frauchen zurück bringen. Beim Ballspielen stoppt der Hund in der Regel sehr hart vor oder über dem Ball ab, nimmt diesen auf und wendet auf der Stelle. Diese Stopps und engen Wendungen belasten den Bewegungsapparat des Hundes stark.

Hürdenrennen mit Geruchsunterscheidung (Scent-Hurdle-Racing) – Action, Konzentration, Auslastung und jede Menge Spaß (von Pia Gröning)

Wer statt zu lesen lieber hört, findet auch eine Podcastfolge zu dem Thema hier: 

Das Hürdenrennen mit Geruchsunterscheidung (HmG) findet als Hundesportart derzeit den Einzug in die deutschsprachigen Länder – kein Wunder – denn es gibt kaum einen Hund, der diese Sportart nicht liebt. Vorstellen kann man sich das ganze wie Flyball – nur statt der puschenden Bälle wartet aus dem Bereich Nasenarbeit eine Geruchsunterscheidung am Ende der Hürden: Es gibt 4 Flyball-Hürden, die hintereinander aufgestellt werden. Hinter der letzten Hürde befindet sich eine Ablage mit 4 Hanteln darauf (oder Markierungsteller mit Holzklammern darunter).

Mensch und Hund stehen an der Startlinie. Der Hund springt ohne seinen Menschen über die 4 Hürden, sucht die richtige Hantel und apportiert sie über alle 4 Hürden zurück. Das ganze lässt sich sowohl alleine spielen als auch gegeneinander als auch in Mannschaften. 

Letztendlich gibt es noch keine verbindlichen Turnierrichtlinien. Deswegen wäre es denkbar, dass es bei Fehlern wie z.B. das Auslassen einer Hürde, das Apportieren der falschen Hantel etc. Strafpunkte gibt oder man könnte auch auf Zeit spielen etc..

Das Grundprinzip lässt sich beliebig abwandeln. Für Hunde, die nicht springen sollen, kann man statt der Hürden Stäbe als Tore stecken, durch die der Hund laufen soll. Man könnte es auch schwieriger machen, indem die Hürden in einem Bogen aufgestellt werden. Im Bereich der Geruchsunterscheidung gibt es ebenfalls verschiedene Schwierigkeitsgrade: Bei dem klassischen Rennen sucht der Hund den Gegenstand, der nach seinem Menschen und ihm selbst riecht. Man könnte ihm aber auch beibringen immer den Gegenstand zu suchen, der z.B. nach Kamille riecht – dann wäre das die Suche nach einem Target-Duft. Noch schwieriger wird es, wenn man Geruchs-Memory spielt. Hierbei bekommt der Hund beim Start einen Geruch „gezeigt“ (z.B. Minze) und er soll dann den Gegenstand suchen und apportieren, der nach Minze riecht. Beim nächsten Durchgang soll er dann Minze ignorieren, weil er diesmal vorher Zitrone „gezeigt“ bekommen hat usw..

Aber bevor wir uns weiter den vielfältigen Möglichkeiten widmen, hier die Grundlagen:

Der Hund wird in 3 Fächern geschult – keins davon erfordert eine besondere Geschicklichkeit seitens des Hundes:

  • Apportieren
  • Geruchsunterscheidung
  • Sprungtraining

Beim Apportieren ist es wichtig, dass der Hund den Gegenstand gerne trägt – so fest, dass er bei der Bewegung nicht aus dem Maul fällt und so soft, dass der Gegenstand nicht zerstört wird. Der Hund muss geschult werden mit Gegenstand im Maul zu springen (nicht selbstverständlich!) und er sollte den Gegenstand am Ende seinem Menschen in die Hand geben, um auszuschließen, dass er den Gegenstand vor der Ziellinie oder gar in zwischen den Hürden fallen lässt. Je nach Hund, kann das Erreichen dieser Ziele einige Zeit in Anspruch nehmen. Parallel können bereit die anderen beiden Fächer geübt werden.

Bei der Eigengeruch-Unterscheidung sucht der Hund den Gegenstand, der nach ihm riecht. Wenn man einen Helfer hat, der die Gegenstände auslegt ist das vom großen Vorteil, da man wirklich nur SEINEN Gegenstand anfassen darf – aber unter keinen Umständen die anderen Gegenstände. Ggf. können Grillzange oder Einweghandschuhe wichtige Helfer sein. Auch Markierungsteller, die anfangs über die Gegenstände gelegt werden, sind wichtig, da sie den Hund animieren seine Nase einzusetzen, statt wahllos den erstbesten Gegenstand  zu apportieren. Manche Hunde sind Naturtalente. Da nimmt man z.B. eine Kastanie in die Hand und reibt sie etwas und wirft sie dann in den Haufen anderer Kastanien zurück und fordert den Hund auf zu apportieren. Der Hund wird vermutlich nach der einen Kastanie suchen, die weggeworfen wurde. Andere Hunde benötigen Hilfe, indem sie immer nur dann Lob und Belohnung erhalten, wenn sie den richtigen Gegenstand auswählen. Gleichzeitig wird durch z.B. Fuß draufstellen verhindert, dass der Hund einen falschen Gegenstand apportieren kann. Parallel zur Geruchsunterscheidung wird das Apportieren geübt (falls notwendig) und das Sprungtraining.

Beim Sprungtraining ist es wichtig, dass der Hund lernt alle vier Hürden zu nehmen ohne eine auszulassen. Erfahrungsgemäß fällt das Training den Hunden leichter, die es kennen zu einer Pylone oder einem anderen Target Voran oder Drumherum geschickt zu werden. Dann kann man in der Anfangszeit weit hinter die letzte Hürde eine Pylone als Sichthilfe aufstellen. Die Hürden beim Hürdenrennen entsprechen denen beim Flyball. Sie sind im Vergleich zu Agility-Hürden schmaler und laden anscheinend mehr ein vorbei zu laufen. 

Am besten macht man den Hund damit vertraut, indem man ihn vor einer Hürde bleiben lässt, dann slbst über die Hürde hinweg geht und den Hund über die Hürde zu sich ran ruft. Das kann man erst mit einer, dann mit zweien, dann mit dreien und zum Schluss mit allen vier Hürden üben. 

Wer keinen Hundeplatz zur Verfügung hat, der kann im Wald alternativ auch umgefallene Baumstämme oder große Äste als Hürden nutzen.

Klappt sowohl die Geruchsunterscheidung als auch das Sprungtraining einzeln gut, dann wird zuerst das Apportieren mit dem Springen kombiniert – das ist immerhin Multitasking für den Vierbeiner! Dann folgt die Kombination aus Geruchsunterscheidung und Hürdenlauf. 

Wer Turnier-Absichten hat, der benötigt nicht nur drei weitere Mensch-Hund-Teams für eine Mannschaft, sondern der sollte auch den Start und Ziellauf unter höchster Ablenkung durch andere Zwei- und Vierbeiner üben! 

Einzelne Kurse zum Hürdenrennen mit Geruchsunterscheidung findet man leider selten. Auch bei uns gibt es diese Sportart nicht „allein“, sondern sie kommt in der Gruppe Sport & Spaß-Akademiker, im Kurs Nasenarbeit zum Reinshnuppern und als Seminar-Tag vor.

Aber der Sport lässt sich sehr schön auch in „Eigenregie“ mit dieser DVD von Pia Gröning erlernen oder Onlinekurs Hürdenrennen.

Longiertraining mit Hilfe des Clickers trainiert (von Pia Gröning)

Der Hundesport Longiertraining erobert die Hundeerziehungs-Welt. Der Hund lernt einen mit Flatterband markierten Kreis zu umrunden. Der Hundeführer steht (zumindest anfangs) innerhalb des Kreises und lenkt den Hund mittels Sichtzeichen und Körpersprache. 

Es ist nicht ganz klar, wer diese neue Sportart entwickelt hat und wo die Ursprünge liegen. Longiertraining könnte aus dem Bereich des Pferdetrainings stammen. Dabei wird eine 10 bis 15 Meter lange Leine (Longe) am Kopfhalfter des Pferdes befestigt. Der Mensch hält das andere Ende der Longe und treibt das Pferd z.B. mit einer Peitsche von sich weg. Durch die Longe läuft das Pferd gezwungenermaßen im Kreis.  Auch aus dem Bereich des Hütetrainings könnte die Idee zum Longiertraining herstammen.  Beim Training von z.B. Border Colies stehen die Schafe beim Erstkontakt in einem kreisförmig aufgestellten Zaun (Pferch). Der Hund lernt diesen Pferch zu umkreisen und sich während des Laufens stoppen zu lassen.  Vielleicht kam auch jemand zufällig auf die Idee den Kreis als Hilfsmittel zum Aufbau von Distanzübungen für andere Sportarten zu nutzen.

Immerhin lässt sich im fortgeschrittenen Stadium des Longiertrainings die Distanzarbeit in allen möglichen Hundesportarten wie z.B. Dog Dance, Agility, Treibball oder sogar Schutzhundesport nutzen.

Der ein oder andere Clickerfan wird mit dem Begriff „Longiertraining für Hunde“ nichts Gutes assoziieren. Immerhin gibt es einige Hundetrainer die dem Hund das Umlaufen des Kreises beibringen, in dem die Kreismitte als Tabuzone erklärt wird. Der Hund wird also mehr oder weniger unsanft aus dem Innenkreis degradiert, wenn er ihn betritt.  Das macht für deren Trainingszweck Sinn. Immerhin ist die Arbeit am Kreis als „Einordnung in die Rangordnung“ gedacht. Das auf Distanz zum Menschen halten durch Vertreiben führt bei manchen Hunden zum Effekt, dass sie mehr auf ihren Menschen achten und der Wunsch nahe zu bleiben größer wird. Allerdings möchte ich an dieser Stelle mit großer Überzeugung erwähnen, dass es da durchaus andere Möglichkeiten im Bereich des Blickkontakt-  und Radius-Training und der Beschäftigung gibt, um einem Hund mehr Aufmerksamkeit zu seinem Menschen zu lehren – ohne Nebenwirkungen, die beim Vertreiben auftreten können.

Ganz davon abgesehen ist einer der interessantesten Effekte am Longierkreis, dass der Hund lernt auf die körpersprachlichen Signale (oder auch Kommandos) seines Menschen zu achten – und das allein mit Hilfe des Clickers, ein paar Leckerchen, ggf. einem Spielzeug oder Futterbeutel oder Targets, aber ganz ohne den Hund vorher zu vertreiben.  Weitere positive Effekte des Longiertrainings sind die Distanzarbeit und die Auslastung von Geist & Körper auf verhältnismäßig kleinem Raum. Der Halter selbst verbessert enorm seine eigene Körpersprache – das UND der gemeinsam erlebte Spaß, führt dann automatisch auch wieder zu einer verbesserten Bindung und Kommunikation miteinander!  Hat der Hund erst einmal begriffen, dass er  den Kreis umrunden soll, dann ist das Einfügen von Steh, Sitz, Platz, Wendungen & Tricks auf Distanz eine Kleinigkeit. Je nach Durchmesser des Kreises läuft der Hund in kurzer Zeit viele hundert Meter und muss gleichzeitig dabei auf  die Körpersprache seines Menschen achten – das powert aus! Insofern ist Longiertraining sowohl  zum Aufwärmen vor anderen sportlichen Tätigkeiten wie z.B. Frisbee spielen geeignet als auch als Abwechslung zum Spaziergang – vor allem für Hunde, die über ein großes Bewegungsbedürfnis verfügen und/oder nicht oft freilaufen können.

Um einen Longierkreis zu errichten, benötigen Sie:

  • eine ebene Fläche wie z.B. Wiese oder einen Sandplatz
  • ca. 10 Befestigungsmöglichkeiten für das Flatterband – z.B. 50 cm hohe Weidezaunpfosten (z.B. bei ebay erhältlich)
  • mind. 100 Meter Flatterband
  • 1 mind. 15 Meter langes Seil

Falls Sie Ihren Hund am Trainingsgelände nicht ableinen können, benötigen Sie außerdem eine lange Leine von mindestens 10 Metern.

Nutzen Sie eine der Befestigungsmöglichkeiten und das Seil als Zirkel. Stellen Sie die Befestigungsmöglichkeit in der zukünftigen Kreismitte auf. Binden Sie das Seil daran und entfernen Sie sich mit dem anderen Ende soweit wie möglich. Setzen Sie auch hier die Befestigungsmöglichkeit. Gehen sie nun am äußeren Ende des Seils zum Beispiel sechs Schritte weiter und setzen sie wieder eine Befestigungsmöglichkeit – so oft bis der Kreis geschlossen ist. Nun können Sie die Befestigungsmöglichkeit in der Mitte entfernen, alle übrigen verbinden Sie mit dem Flatterband zu einem Kreis. Und schon kann es los gehen!

 Setzen Sie Ihren Hund vor dem Flatterband ab. Stellen Sie sich auf die andere Seite des Flatterbandes im Innenkreis frontal zu Ihrem Hund auf. Deuten Sie mit der rechten Hand nach rechts und bewegen Sie sich ggf. auch ein paar Schritte in die Richtung. Sobald Ihr Hund sich in die richtige Richtung bewegt: Click & Futter über das Flatterband reichen oder werfen. Wiederholen Sie diesen Ablauf in jede Richtung einige Male. Nun können Sie beginnen etwas länger neben dem Hund herzulaufen und Momente zu clicken und belohnen, in denen der Hund aufmerksam neben Ihnen herläuft (Kriterien: Mensch anschauen, auf Höhe des Menschen laufen). Wenn Ihr Hund in den Innenkreis kommt, dirigieren Sie ihn mit einer freundlichen Handgeste hinaus und es geht sofort weiter. Sie müssen nicht nach jedem Click aus der Sitzposition starten, sondern können füttern und weiterlaufen fließend kombinieren.  Sie können nun beginnen, die Distanz zwischen Ihnen und Ihrem Hund zu vergrößern. Hierbei bietet es sich an nicht einfach näher zur Mitte zu gehen, sondern aus der Sitzposition mit mehr Distanz zum Hund zu starten. Denn das Eindrehen der Schulter zur Kreismitte, animiert viele Hunde in die Kreismitte zu kommen.  

Wenn es Ihrem Hund schwer fällt sich von Ihnen zu lösen, dann können Sie unterstützend mit Laufzielen arbeiten. Hier eignen sich bereits bekannte Targets oder Motivationsmittel wie Spielzeug oder Futter im Beutel bzw. der Dose. Lassen Sie Ihren Hund wieder Sitz machen und deuten Sie ihm zu bleiben. Legen oder werfen Sie den Target oder das Motivationsmittel an den Kreisrand (nicht Innen) ein paar Meter vom Hund entfernt, aus. Stellen Sie sich wieder mit etwas Distanz frontal zum Hund auf und deuten Sie ihn zum Start die Richtung an. Gehen Sie ihm erst kurz bevor er am Laufziel ankommt, hinterher, um ihn außerhalb des Kreises zu belohnen. So lernt Ihr Hund loszulaufen ohne dass Sie mitgehen.

Sobald Ihr Hund den Kreis umrundet, während Sie als Halter in der Kreismitte stehen, können Sie diverse Übungen integrieren. Lassen Sie ihn auf Signal hin stehen, sitzen oder liegen, indem Sie sich zum laufenden Hund frontal ausrichten und die ihm bekannten Hör- und Sichtzeichen geben. Lassen Sie Ihren Hund nach der Übung auch mal in die andere Richtung laufen. Probieren Sie, ob Ihr Hund den einen oder anderen Trick auch auf Distanz beherrscht. Bauen Sie Sprünge und andere Gerätschaften am Kreisrand auf.  Integrieren Sie Übungspartner in Ihr Longiertraining. Es könnte zum Beispiel jemand mit seinem Hund im Inneren des Kreises spielen, während Ihr Hund sich nach wie vor auf Ihre Körpersprache konzentriert.  Auch für den Übungspartner ist es eine Herausforderung im Sitz-Bleib zu warten, während Ihr Hund am Kreis entlang an dem Hund vorbeirennt. Wenn Sie mehrere Hunde haben, können Sie auch probieren beide gleichzeitig zu longieren bzw. Ihren Hund gleichzeitig mit einem anderen Mensch-Hund-Team an demselben Kreis zu longieren.

Probieren Sie aus, Ihre Position als Hundeführer innerhalb des Kreises zu verändern. Gehen Sie weniger mit. Halten Sie  sich mal ganz nah am Band auf und Ihr Hund soll trotzdem den ganzen Kreis umlaufen. Vielleicht können Sie sogar den Innenkreis verlassen und Ihren Hund auch außerhalb des Kreises drum herum dirigieren? Wenn ja, dann können Sie auch mit mehreren Kreisen arbeiten oder dem so genannten Spinnennetz, wo die Kreise ineinander sind und nicht nebeneinander.

Außerdem können Sie auch das Absperrband nach und nach abbauen bis irgendwann nur noch die Zaunpfähle als Markierung helfen und irgendwann gar keine Hilfe mehr vorhanden ist. Sie können aber auch Markierungspunkte in der Umwelt wählen, wie z.B. Mensch-Hund-Teams, die einen Kreis bilden, große Blumenbeete, Baumgruppen und vieles mehr!  

Sie merken schon, es gibt jede Menge Übungsvariationen, sobald der Hund verstanden hat, dass er um den Kreis rennen soll.

Seminartermin

Abo-Gruppe Longiertraining/Hundeschule

DVD Longiertraining

Onlinekurs Longiertraining

Video Aufbau eines Longierkreises

Nasenarbeit – überall möglich und wohl die natürlichste Beschäftigung für den Hund

Podcast: Nasenarbeit mit Pia Gröning

Für uns Menschen so schwer vorstellbar und für den Hund so natürlich: die Welt über den olfaktorische Sinn wahrzunehmen! Das Riechhiern des Hundes ist im Verhältnis zur normalen Gehirngröße und im Vergleich zu unserem Gehirn prozentual wesentlich größer! Die Riechschleimhaut des Vierbeiners entspricht ca. 170 qcm (unsere im Vergleich nur 10 qcm) – und auch pro Riechzelle hat der Hund im Vergleich etwa 170 mehr Riechzellen als wir. 

Es gibt diverse Möglichkeiten den Hund mittels Nasenarbeit zu beschäftigen. Es folgen mögliche Kategorisierungen:

Suche nach

  • Motivationsobjekten wie z.B. Futter/Leckerchen, Futterbeutel oder Spielzeug
  • verlorenem Gegenstand (Eigen- oder Fremdgeruch) mit Anzeige (Apportieren oder Sitz/Platz oder Verbellen oder Bringseln /Mensch holen)
  • Zielobjekten (Suche nach Stiften, Feuerzeugen, Euros etc.)
  • Menschen bzw. anderen Tieren.
  • Geruchsstoffen (Target-Duft, Trüffel, Rauschgift, Sprengstoff, Pilze, bestimmte Duftstoffe wie Haselnüsse oder Pilzsporen – Allergie-Hunde – etc.)

 Orte

  • Abgegrenzte Flächen (z.B. Wald, Wiese, Weg).
  • Trümmer (z.B. nach Sprengungen, Erdbeben).
  • An/In bestimmten Gegenständen (Koffer, Scent-Box, Autos, etc.)
  • Als Spur (Mantrailing, Schleppfährten, Wurstwasserfährten, klassische Fährtenarbeit).

Die „groben“ Kategorien:

  • Flächen-/Trümmersuche: („Rettungshundearbeit“) Eine unbekannte (meist liegende oder hockende oder anderweitig verletzt wirkende) Person wird in einem bestimmten Suchgebiet gesucht. 

Einsatz z.B. wenn man einen Hinweis hat, wo sich die Person ungefähr aufhält, aber kein Individualgeruch steht zur Verfügung. Einsatz nach Katastrophen (Rettungshund).

Mantrailing:  Mit Hilfe eines Geruchmusters sucht der Hund den Individualgeruch einer Person oder eines Tieres (Pettrailing).

Einsatz z.B. bei selbstmordgefährdeten Personen, die verschwunden sind, entlaufenen Kinder, Demenzkranken, aber auch bei Verbrechen, wo der Täter zu Fuß oder mit dem Fahrrad geflüchtet ist.

Geruchsunterscheidung

  • Eigengeruchsunterscheidung (z.B. einen Tannenzapfen nehmen, durch die Hände reiben und zu den anderen zurückwerfen)
  • Als Memory-Spiel = Hund bekommt Duftstoff und soll denselben heraussuchen (z.B. Teesorten unterscheiden).
  • Suche eines bestimmten Duftes
    • Sprengstoff, Drogen & Co. —> wenn Hund als Diensthund bei Polizei, Zoll & Co. arbeiten soll
    • Allergieauslöser —> wenn Frauchen/Herrchen Räume oder Lebensmittel auf Allergene prüfen möchten
    • Targetduft —> Ein beliebiger Duft (z.B. Vanille), den der Hund zukünftig suchen soll wird z.B. an Bäumen auf gesprüht und mit Flächensuche kombiniert oder als heimliche Hilfe, damit der Hund einen richtigen Gegenstand auswählt usw..
    • Trüffel(öl) —> Suchhund für Trüffel

Unendlich viele Einsatzmöglichkeiten!

Rückspursuche mit 2 Hunden

Kombiniert mit Hürdenrennen (scent hurdle racing)

Podcast: Hundesportarten im Blick – Hürdenrennen mit Geruchsunterscheidung mit Pia Gröning

  • Flächensuche/Stöbersuche
  • Weg-Zurück-Suche/Rückspursuche  —> Gegenstand wird auf einen Weg abgelegt und der Hund soll den gesamten Weg zurück suchen bis er den Gegenstand gefunden hat.

Dummy-Training

  • Übungen sind angelehnt an die jagdliche Arbeit  nach dem Schuss
  • Apportieren
  • Markieren (Zuschauen und merken wo der Gegenstand im Gelände hinfällt.)
  • Einweisen (Sich vom Menschen im Gelände zum Gegenstand dirigieren lassen durch „Voran!“, „Rechts!“/“Links!“, „Stop!“, „Back!“)
  • Flächensuche (Eine Fläche nach dem Dummy absuchen.)
  • Schleppfährte (Dummyspur / flüchtendes, verletztes Wild verfolgen.)
  • Wasserarbeit

Fährtenarbeit/Spurensuche

  • Klassisch —> Der Hund sucht nach den durch die Bodenverletzung entstandenen Bakterien.
  • Schleppfährte —> eine Wurst oder ein Stück Pansen werden an einem Band über den Boden auf der eigenen Spur gezogen  kann zur Suche nach Eigenfährte ausgebaut werden.
  • Wurstwasserfährte —> Fährte wird mittels Wurstwasser gesprüht/gespitzt/getropft/getupft
  • Target-Duft-Fährten —> Wenn der Hund bei der Geruchsunterscheidung gelernt hat einen bestimmten Duft zu suchen, kann man damit auch eine Fährte legen.
  • Schleppfährte & Apportieren (aus den Jagdprüfungen abgewandelt) –> Fährte wird mittels Futterbeutel gezogen (FREIE Suchvariante).
  • Weg-zurück-Suche / Rückspursuche –> der Hund sucht die Spur seines Menschens RÜCKWÄRTS und apportiert den gefundenen Gegenstand (FREIE Suchvariante).

Das war erstmal ein Überblick, was es so alles in der Welt der Nasenarbeit zu entdecken gilt. Man kann entweder direkt allein loslegen – Anregungen gibt es z.B. in meiner DVD. Aber auch viele Hundeschulen bieten Kurse zum Thema Nasenarbeit an. Und wer ernste Absichten hat, der kann sich natürlich auch den Rettungshundestaffeln anschließen!

Ansonsten sehen wir uns vielleicht auch mal bei unseren Schnüffeltagen? Ein Urlaub im Ruhrgebiet Grenze Münsterland lohnt sich immer!

Seminare: Schnüffeltage

Hundeschule: Kurs Nasenarbeit zum Reinschnuppern

DVD Nasenarbeit

Onlinekurs Nasenarbeit

Suchspiele für Welpen, absolute Anfänger – auch ganz toll geeignet für ängstliche Hunde

Eine Beratung zu möglichen Trainingshilfsmitteln:

Zubehör für Nasenarbeit

Stand Up Paddling mit Hund von Petra Balai

Was ist SUP?

Beim Stand Up Paddling, kurz SUP genannt, steht man auf einem großen, länglichen Brett, das entweder aus festem Material ist (sogenannte Hardboards aus Carbon, Holz oder verschiedenen Kunststoffen) oder bei dem es sich um ein ISUP (Inflatable SUP) handelt, also ein aufblasbares Board aus einem Material, das mit einer LKW-Plane verglichen werden kann und recht unempfindlich ist. Mit einem Paddel, das abwechselnd links und rechts verwendet wird, kann man dann gemütlich oder zügig Seen, Flüsse, oder das Meer befahren. Am besten voran kommt man natürlich im Stehen, doch wer einen kleineren oder größeren Passagier an Bord hat, kann genauso gut zeitweilig oder ganz im Knien oder Sitzen paddeln: SUP mit Hund sollte kein Wettbewerb sein, sondern ein gemeinsames Freizeitvergnügen, das beiden gleichermaßen Spaß macht.

SUP ist eine sogenannte Trendsportart. Das hat ganz einfache Gründe: Anders als bei anderen Wassersportarten, wie z.B. dem Surfen, kann sich auch ein Laie in kurzer Zeit und ohne einen Kurs zu absolvieren auf dem Board zurechtfinden und Spaß haben – was nicht bedeutet, dass gute Kurse zum Einstieg nicht empfehlenswert sind. Schon für 10 bis 15 € die Stunde kann man an vielen Badeseen spontan ein Board mieten und es selbst ausprobieren. SUP ist geeignet für Alt und Jung, für sportliche und für weniger sportliche Menschen, für den Gelegenheitspaddler ebenso wie für den ambitionierten Wassersportler.

Wie kommt der Hund aufs Board?

Wer Hunde hat, wird immer versuchen, diese auch in seine Freizeitgestaltung miteinzubeziehen. Hunde, die Freude am SUP haben, vergrößern einfach noch einmal den Spaßfaktor am gemeinsamen Erkunden von Seen und anderen Gewässern. Ältere oder physisch leicht eingeschränkte Hunde, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, können so noch auf gemeinsame Touren in der Natur mitgenommen werden. Die Aktivierung der Tiefenmuskulatur durch das ständige Ausgleichen der sanften Wasserbewegungen kann sogar physiotherapeutischen Nutzen haben (vgl. hierzu aber unten „Weitere Sicherheitshinweise für Vierbeiner“). Gerade Hunde, die das Wasser lieben, können beim SUP ausdauernde und begeisterte Begleiter sein, wenn man einige Regeln beachtet. Die wichtigste, eigentlich selbstverständliche Regel ist, dass man einen Hund nie aufs Board zwingen sollte. Manche Hunde begreifen rasch, dass sie einfach nur die Balance halten müssen und sind gleich begeistert, für andere Hunde empfiehlt es sich, einen Kurs zu absolvieren oder sie selbst behutsam ans Board zu gewöhnen.

In einem guten SUP mit Hund Kurs wird immer die Gewöhnung ans Board zunächst auf dem Land erfolgen: Stressfrei kann man hier den Hund ans kontrollierte Auf- und Absteigen gewöhnen, so dass der Hund nicht an der Kante abrutscht und sich dabei verletzt, indem er sich z.B. etwas zerrt. Ich bevorzuge das Auf- und Absteigen über die Nose, also die Spitze des Boards, so dass der Hund trockenen Fußes aufs Board kommt. Auch das Laufen und Wenden auf dem Board sollte geübt werden. Der Hund sollte ebenfalls mit dem Paddel vertraut gemacht werden, das ja immer wieder über den Hund von einer Seite auf die andere gehoben wird. Ist der Hund sicher im Auf- und Absteigen an Land, kann man erste Versuche im Wasser starten. Dabei kann eine Hilfsperson das Board am Ufer zunächst stabilisieren, damit sich der Hund allmählich an das Schaukeln und Schwanken durch das Wasser gewöhnen kann. Erst wenn der Hund sichtlich entspannt aufs Board geht und bleibt, sollte man die erste gemeinsame Fahrt wagen, vielleicht sogar mit einer Hilfsperson: Eine Person, die paddelt, während die andere den Hund belohnt und schaut, wie er mit der Bewegung zurechtkommt.

Es mag Hunde geben, die die genannten Schritte im Schnelldurchlauf absolvieren und sich sofort wohlfühlen. Bei anderen Hunden lohnt es sich aber, dieses Training systematisch zu gestalten. Durch ein negatives „da-muss-er-durch“-Erlebnis kann man einem Hund nämlich den Spaß am SUP auch für immer verderben, daher ist eine durchdachte Annäherung von Hund und Board sinnvoll.

Ausrüstung

Boards gibt es in vielen Variationen schon günstig stundenweise zu leihen, was ideal für den Einsteig ist. Allerdings geben bei Weitem nicht alle Verleiher ihre Boards auch an Menschen mit Hunden ab, obwohl ein Hund mit gepflegten Krallen auf einem Board keine Kratzer hinterlassen, geschweige denn es beschädigen könnte. Hier lohnt es sich vorher beim Verleih anzurufen und sich einen SUP Spot zu suchen, der auch an Menschen mit Hunden verleiht und geeignete Boards zur Verfügung stellt. Das ideale Board für SUP mit Hund sollte (für den Anfänger) so breit wie möglich sein und auch ausreichend Gewicht tragen können, insbesondere wenn man mit einer Hilfsperson trainiert. Hier empfehlen sich z.B. Yoga-Boards ab 85 cm Breite.

Neben der Breite des Boards ist noch die Steifigkeit entscheidend: 15 cm Höhe garantieren mehr Stabilität als dünnere Boards, doch nur wenn das Board korrekt aufgepumpt wurde. Biegt es sich auch nur ansatzweise durch, macht das Paddeln kaum noch Spaß, man kämpft nicht nur um die eigene Balance, sondern das Fahrgefühl wird auch gemindert. Die Oberfläche sollte soweit wie möglich mit einem rutschfesten Pad belegt sein, damit der Hund einen guten Halt hat. Alternativ kann man auch Badematten aus rutschfestem Material aufs Board legen.

Es empfiehlt sich, dem Hund eine gute Schwimmweste anzulegen, auch oder insbesondere für den ersten Versuch auf dem Board. Zum einen kann die Weste als Signal dienen („Jetzt geht es aufs Board!“), ähnlich wie man beim Trailen ein spezielles Geschirr nutzt. Zum anderen lässt sich der Hund über den Haltegriff an der Schwimmweste mit einem Griff sichern und stabilisieren, wenn es aufs Board geht. Sollte der Hund doch einmal ins Wasser fallen oder springen, kann man den Hund leichter wieder aufs Board hieven – je nach Hund kommen da zwei bis drei zusätzliche Kilos dazu, wenn das Fell nass wird. Wer für den ersten Versuch nicht zu viel Geld investieren möchte, kann sich vielleicht von Bekannten eine Weste leihen, in Kursen werden diese Westen oft gestellt.

Wer öfter aufs Board möchte, sollte sich eine gute Hundeschwimmweste zulegen, die nicht nur der Optik dient, sondern haltbar und qualitativ hochwertig ist. Viele Firmen bieten immer wieder ihre Westen günstiger in Aktionen an oder man sucht mit etwas Geduld übers Internet gebrauchte Schwimmwesten.

Mein Tipp für den Menschen (neben entsprechender Kleidung und eventuell Wechselkleidung und Handtüchern) sind Badeschuhe! Diese gibt es schon ab 5 € zu kaufen und sie schützen die Füße gegen spitze Steine und andere spitze Gegenstände im Sand.

Zur Sicherheit für den Menschen empfiehlt es sich, immer mit einer Leash zu paddeln, einer Art Leine, die Board und Mensch miteinander verbindet. Auf dem Wasser ist das Board die Lebensversicherung, aber eben nur, wenn es nicht von der Strömung weggetragen wird und man vielleicht nicht schwimmend hinterherkommt. In der Regel wird die Leash am Fuß befestigt (außer in stark fließenden Gewässern!) und stört überhaupt nicht. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, kann sich ein Restube besorgen, eine Art Sicherheitsboje, die an einem Gürtel um den Bauch getragen werden kann und mit einer kleinen CO2 Patrone aufgeblasen wird, wohingegen schlechte Schwimmer ohne Rettungsweste überhaupt nicht aufs Wasser sollten.

Wer SUP als dauerhaftes Hobby ausüben möchte, dem sei hier ans Herz gelegt, sich selbst mit weiteren Sicherheitsvorkehrungen vertraut zu machen, die nicht ausführlich in dieser kurzen Einführung erörtert werden können! In jedem Wassersport kommt es immer wieder zu tödlichen Unfällen und man sollte auch SUP mit der entsprechenden Vernunft betreiben. SUP ist absolut kein gefährlicher Sport, aber wenn man gewisse Dinge nicht berücksichtigt, ist es lebensgefährlich.

Weitere Sicherheitshinweise für Vierbeiner

Speziell auf unsere Vierbeiner bezogen sollte man noch berücksichtigen, dass eine längere SUP Tour in der Mittagssonne keine gute Idee ist. Wenn der Hund ungeschützt in der prallen Sonne auf dem Board liegt, kann er genauso einen Hitzschlag erleiden, als würde man ihn an Land in der Sonne festbinden. Empfehlenswert sind dagegen Touren am Morgen oder gegen Abend, vielleicht kann man sogar gemeinsam in den Sonnenuntergang paddeln und die Ruhe am See genießen. Im Sommer kann es dennoch nie schaden, bei längeren Touren Wasser für den Hund mit an Board zu haben: Manche Hunde trinken mühelos vom Board aus, andere tun sich damit schwer und nicht jedes Gewässer besitzt eine gute Wasserqualität. Das Trinken von Salzwasser muss man selbstverständlich unterbinden.

Auch Blaualgen sind eine oft unbekannte Gefahr, an der jedes Jahr Hunde versterben. Es handelt sich dabei eigentlich um Bakterien, genauer Cyanobakterien, die sich bei Temperaturen über 30 Grad in Seen explosionsartig vermehren können und besonders gefährlich für Kinder und Hunde sind. Über das Belecken ihrer Pfoten oder Trinken vom Board aus können Hunde auch beim SUP die gebildeten Toxine aufnehmen und erkranken. Für die meisten Gewässer gibt es aber Websites, die ihre Gäste über eine entsprechende Gefährdung informieren.

Weniger dramatisch, aber nicht weniger wichtig, ist es, darauf zu achten, den Hund nicht zu überfordern. Eingangs habe ich erwähnt, dass SUP auch für ältere oder körperlich eingeschränkte Hunde geeignet ist. Doch sollte man dabei berücksichtigen, dass auch unsere Hunde von neuartigen Bewegungsmustern Muskelkater kriegen oder schlichtweg ermüden.

Die meisten Menschen werden das nach den ersten SUP-Versuchen bestätigen können, unseren Hunden ergeht es da nicht anders. Wer seinen Hund ans Fahrradfahren gewöhnt, fängt auch nicht mit einer Tagestour an, sondern gibt dem Hund Gelegenheit, die entsprechende Muskulatur und Kondition zu entwickeln. Man unterschätzt die körperliche Belastung für den Hund beim SUP sehr leicht, da er scheinbar „nichts machen“ muss. Die ständige gehaltene Balance beansprucht dennoch die Muskulatur und die Verweildauer auf dem Board sollte immer dem Alter und der Fitness des Hundes angepasst sein.

Ein eigenes Board?

Wen das SUP-Fieber gepackt hat, der wird schnell mit dem Gedanken an ein eigenes Board spielen, zumal man für SUP mit Hund eben vielleicht nicht immer einen Verleih in der Nähe hat. Die Markenvielfalt ist für den Anfänger recht unübersichtlich und es herrscht eine gewisse Markentreue, d.h. für viele engagierte SUP-Sportler gibt es nur ihreMarke. Nach oben hin sind finanziell kaum Grenzen gesetzt, Hardboards sind dabei deutlich teurer als ISUPs. Selbst bei den Paddeln rangieren die Preise von 20 € bis 500 €, so dass vor allem der eigene Geldbeutel vorgeben dürfte, wie viel Qualität man sich gönnen kann. Inzwischen bieten sogar einige Discounter ISUPs als Bundle (d.h. Board, Leash, Paddel, Rucksack und Handpumpe) für unter 250 Euro an. Hier lohnt es sich aber, Testberichte zu lesen oder Testvideos auf YouTube anzuschauen. Schon alleine aus Gründen der Nachhaltigkeit sollte es nicht das Ziel sein, sich ein möglichst billiges Board für eine Saison zu kaufen, sondern ein möglichst langlebiges Board, an dem man mehrere Jahre Freude hat.

Faktoren, die man speziell für SUP mit Hund berücksichtigen sollte, sind die Steifigkeit (Höhe und Psi-Zahl des Boards), die mögliche Gewichtsbelastung (ein Board, das bei 100 kg sinkt, neigt schon bei einer geringeren Belastung zur Bananenform) und die Größe, bzw. der Wendekreis des Hundes, d.h. der Hund sollte sich zumindest bequem auf dem Board umdrehen können.  Die günstigere Alternative zu einem Billigboard kann es sein, im Verleih verschiedene Boards auszuprobieren, bis man sein „Traumboard“ findet und lieber darauf zu sparen oder auf eine Preissenkung gegen Ende der Saison zu warten. Manche Verleihstationen geben Ende der Saison auch ihre Verleihboards günstig ab, hier sollte man aber schon frühzeitig anfragen. Eine Markenempfehlung möchte ich ausdrücklich nicht aussprechen, jedes Board hat Vor- und Nachteile und die Wahl muss zum individuellen SUP-Sportler passen. Wer beispielsweise schon jahrelange Surferfahrung mitbringt, wird weniger Wert auf ein breites, kippstabiles Board legen, sondern sich für ein sportlicheres Board entscheiden.

Zum Schluss

Mein eigener Einstieg ins SUP mit Hund erfolgte über einen Einführungskurs mit meinem Papillon, der aufgrund seiner Herzerkrankung keinen anderen Hundesport mehr machen kann. Wir beide waren gleich Feuer und Flamme, aber nicht alle meine Hunde teilen diese Begeisterung: An Board „muss“ bzw. darf natürlich nur, wer möchte. Ich hoffe, diese kurze Einführung zum Stand Up Paddeln mit Hund hat viele von euch neugierig gemacht, dies selbst einmal auszuprobieren und ich hoffe, dass die hier gegebenen Tipps für alle Neulinge auf dem Gebiet hilfreich waren. Einige Themen wie generelle Sicherheitsmaßnahmen beim SUP oder nützliches Zubehör konnten hier nur angeschnitten werden. Andere Themen, z.B. rücksichtsvolles Verhalten in der Natur oder Befahrungsregeln, würden hier den Rahmen sprengen.  Ich wünsche euch eine tolle Zeit mit euren Hunden und allzeit sicheres, frohes Paddeln!

Target-Training von Pia Gröning

Target bedeutet auf Englisch Ziel. Mit Targettraining ist gemeint, dass der Hund (oder auch ein anderes Tier, denn diese Art des Trainings ist auch viel im Zoo-Tiertraining zu finden)  mit einem bestimmten Körperteil ein bestimmtes Ziel berührt. Wohl die bekannteste Variante ist der Handtarget oder auch 2-Fingertarget, bei dem der Hund die in einer bestimmten Position gehaltene Hand bzw. die zwei Finger gezielt mit der Nase berührt. Je nach Trainingsziel kann dann auch geübt werden, dass der Hund der Targethand folgt, er sich also damit führen lässt oder quasi mit der Nase daran festklebt und dadurch in einer bestimmten Position sozusagen einfriert – z.B. bei einer Ausstellung, beim Tierarzt etc.. 

Targets werden sowohl im Gehorsamstraining eingesetzt als auch im Hundesport.

Hunde haben in der Regel sehr viel Spaß dabei die Targets zu erlernen und damit zu arbeiten, da es ein Konzept ist, dass sie schnell verstehen und es ihnen gleichzeitig das Erlernen neuer Übungen enorm erleichtern kann. Wir können uns das Targettraining aus der Hundeschule gar nicht mehr wegdenken!

Das hier sind die üblichen Targets:

Name Körperteil Objekt Anwendungsbeispiele
Hand-Touch Nase Hand-/Finger-Target bzw. bei kleinen Hunden Target-Stab Rückruf, Seitenwechsel, Aufbau Alltags-Bei-Fuß, Hund positionieren, Tricks wie Männchen machen, …
Bodentarget eine bis vier Pfote(n) ein am Boden liegender Gegenstand (z.B. Untersetzer, Liegeplatz, Hundebox) Deckentraining, Vorausschicken, als Zielpunkt an ungeliebten Orten wie das Auto, Tricks wie Korb einräumen …
Kintarget Kopf in flache Hand gelegt Medical-Training, Alternativverhalten zum Bellen/unruhig sein, generell als Hilfe wenn der Hund einfrieren soll z.B. beim Festhaltetraining im Apportieren …
Schultertarget Schulter z.B. an Knie des Hundeführer perfekte Fuß-Position einnehmen und halten …

Hier findest du eine Anleitung das Bodentarget aufzubauen:

Hier findest du eine Anleitung den Handtarget aufzubauen:

Es gibt noch jede Menge mehr Targets, die du im Buch „Right On Target“ von Mandy Book und Cheryl S. Smith findest.

Wenn du noch wenig Erfahrung mit Targets hast, dann ist dieser Onlinekurs hier genau richtig für Dich!

Bilder & Ideen vom Tricktraining

Tricks lassen sich viel besser in Bildern als in Worten beschreiben. Eine kleine Auswahl in verschiedenen Kategorien siehst du hier. Vielen Dank unseren Kunden, die uns diese schönen Bilder zur Verfügung gestellt haben!


Nasen-Tricks


Pfoten-Tricks


Apportier-Tricks


Balance-Tricks


Statische-Tricks


Sprünge


 

Ein paar Tricks unserer Pfotenakademie-Kunden

Training mit Targets - Onlinekurs

Ein Beispiel, wie ein Trick aufgebaut wird

Hunde IQ - Onlinekurs

Wer statt zu lesen lieber hört, findet auch eine Podcastfolge von Manuela Zaitz zu dem Thema Tricktraining:

Treibball – eine Sportart für jeden Hund (von Pia C. Gröning)

Treibball ist spannend! Ob allein für sich Zuhause trainiert oder als Trainingsgruppe in der Hundeschule – es lässt sich überall spielen – und im Prinzip von jedem Hund! Weder die Größe spielt eine Rolle noch die Rasse. Das Treiben ist schlicht und einfach ein Trick und erfordert kein besonderes Interesse an Bällen. Im Gegensatz zu anderen Sportarten wie z.B. Agility gibt es auch keine besonderen Gesundheitsanforderungen an den Hund. Er sollte sich lediglich schmerzfrei in dem Tempo seiner Wahl fortbewegen können. 

Großes Endziel beim Treibball ist, dass der Hund auf einem Spielfeld acht Treibbälle in ein Tor versenkt. Der Hundeführer steht am Tor und lenkt den Hund von da aus über das Spielfeld. 

Das Spiel beginnt mit einem „Outrun“. Hierbei wird der Hund vom Tor aus hinter die Bälle geschickt, die ähnlich wie beim Billiard in einiger Entfernung liegen. Der Hund wird hinter den Bällen gestoppt und startet auf Signal mit dem Treiben. Die Bälle sollen in möglichst kurzer Zeit ins Tor bugsiert werden – ohne dabei vom mit Flatterband markierten Spielfeld runter zu rollen. Hier ist einerseits Schnelligkeit gefragt, aber bei zu viel Tempo passiert es schnell dass der Ball außer Kontrolle gerät und ebendieses Spielfeld verlässt oder das Tor nicht trifft. So ist manch ein langsamer – aber dafür zielgerichteter Hund letztendlich doch im Vorteil, weil ihm der Ball seltener außer Kontrolle gerät. 

Mit Hilfe von Signalen wie „Voraus!“, „Links!“ und „Rechts!“ lässt sich der Hund auf dem Spielfeld lenken. Wenn man den Hund voraus geschickt hat, muss er den Ball meist halb umrunden um den Ball Richtung Tor zu treiben. Dies alles sind Übungen, die man sowohl im Alltag als auch für andere Sportarten gut gebrauchen kann.

Das Treiben mit geschlossener Schnauze steht im Vordergrund, damit die Bälle nicht beschädigt werden. Auch deswegen ist ein lenkbares Erregungsniveau von Nöten!

Aber auch im kleineren Rahmen wie z.B. im Garten oder im Wohnzimmer gibt es anspruchsvolle Herausforderungen!

Leider haftet der Sportart Treibball die eine oder andere Dominanztheorie an – vermutlich durch den Erfinder der Sportart (Jan Nijbour). Doch gerade ohne solche Theorien lässt sich das Erlernen der Sportart systematisch in kleinen Trainingsschritten mit Hilfe des Clickers erlernen.

Zuerst geht es darum den Hund das Anstubsen des Balles beizubringen. Das kann man entweder über das freie Formen mit dem Clicker machen oder mit Hilfe eine Targets (z.B. Klebezettel am Ball) oder auch über Futterlocken – indem man den Ball z.B. auf eine am Boden liegende Leiter legt und unter den Ball Leckerchen streut. Um daran zu kommen, muss der Hund den Ball wegschubsen und so ist das erste Treiben bereits initiiert.

Parallel übt man das Umrunden des Balles – bzw. es ist meist einfacher das Umrunden erst an Hand anderer Gegenstände beizubringen und später auf den Ball zu generalisieren, sonst könnte es den Hund verwirren, wenn er in der Lernphase mal stubsen und mal umrunden soll.

Das Umrunden wird auch auf Distanz trainiert. Der Hund wird als zu einem entfernt liegenden Gegenstand geschickt um ihn zu umrunden. Hinzu kommt, dass er sich genau hinter dem Gegenstand stoppen lässt, um später zu erlernen den Ball immer Richtung Mensch zu treiben.

Klappen die Grundlagen dann gibt es viele nette Variationen wie z.B. „Wasser-Ball“ für heiße Sommertage oder „Cross-Ball“ (über Stock und Stein) und vieles mehr!

Die Treibball-Grundlagen kannst du gut mit Hilfe dieser DVD und Trainingskarten lernen oder bei einem unserer Seminare.

Umrunden als Beschäftigung

Das Umrunden kann eine schöne Beschäftigung für sowohl Zuhause als auch unterwegs sein, die sehr simpel umzusetzen ist. Jeder Hund, der sieht und sich gerne bewegt, kann am Umrunden Spaß bekommen. Besonders Hütehunde bringen genetische Präferenzen für dieses Thema mit. Aber auch Rassen, die bei ihrer Arbeit viel „gelenkt“ werden, wie Spaniel oder Gebrauchshunde wie Hovawart, Boxer & Co. lieben in der Regel diese Beschäftigungsart.

Es gibt keine Alters- oder Rassenbegrenzung, da vom Hund keine besonderen körperlichen Voraussetzungen von Nöten sind.Prinzipiell lernt der Hund ein oder mehrere Objekte in beide Richtungen zu umrunden, auch aus der Distanz. Das kann über das Futterlocken, mit Hilfe eines Bodentargets als auch über die Methode des freien Formens mit Hilfe des Clickers/Markerworts.

Typische Umrundungsobjekte sind:

    • Unterwegs: Bäume, Büsche, große Steine, Zaunpfähle, Parkbänke, Beete, Laternen, geparkte Autos, …
    • Zuhause: Stühle, Tische, Sitzkissen, Säulen, große Gießkannen, große Stofftiere, Familienmitglieder, Hundekumpels im Bleib, …

Schwierigkeitsgrade können sein, dass auf dem Objekt sich eine Ablenkung wie Futter oder Spielzeug befindet oder dass sich das Objekt bewegt z.B. ein hüpfender Mensch. Wer den Hund um mehrere Objekte schickt, kann verschiedene Lauf-Figuren choreographieren wie Kreise, Schleifen, Achten, Blumen und vieles mehr.

Wald Agility von Joy Behrendt

Eine tolle Möglichkeit seinen Hund auch auf den Spaziergängen körperlich zu fordern ist „Wald-Agility“. Das Körpergefühl und die Geschicklichkeit ihres Hundes werden verbessert und zudem stärken solche gemeinsamen Aktivitäten die Bindung zwischen Hund und Halter. Wichtig ist aber natürlich auch hier, wie immer bei Spaziergängen im Wald auf Flora und Fauna Rücksicht zu nehmen und Leinenpflicht sowie auch Brut- und Setzzeiten der Wildtiere zu beachten.

Den Begriff „Agility“ kennen einige wahrscheinlich aus dem Hundesport und verbinden es direkt eher mit einem Hundeplatz und vielen verschiedenen Geräten, die benötigt werden, um einen ganzen Parcours zu erstellen, den der Hund in Windeseile durchlaufen soll.

Aber warum nicht einfach mal alles nutzen, was die Natur uns auf unseren Spaziergängen so bietet? Jeder Baum, ob stehend oder umgefallen, jede Baumwurzel, jeder Stamm oder große Stein kann fürs Wald-Agility genutzt werden. Besonders nach den ganzen größeren Stürmen in den letzten Jahren, liegen in unseren Wäldern überall noch genügend Hindernisse auf den Wegen, die man erklimmen oder unter denen man durch kriechen kann. 

Anders als beim üblichen Agility kommt es bei der Waldvariante aber nicht auf Schnelligkeit an. Lassen Sie Ihren Hund ruhig langsam über die Hindernisse klettern und balancieren, sodass er sich vollends auf den Untergrund konzentrieren und Schritt für Schritt gehen kann. Seien Sie dabei besonders in den Anfängen oder bei z.B. besonders schmalen Baumstämmen, über die der Hund balancieren soll, als Stütze an der Seite ihres Hundes. Auch dies ist wieder ein wichtiger Punkt bei der Stärkung der Bindung und des Vertrauens zwischen Ihnen und Ihrem Hund, denn so lernt er, dass Sie ihm in schwierigen Situationen Halt geben. 

Auf den einzelnen Hindernissen kann man dann auch super bereits vorhandene Signale abfragen: schafft es der Hund sich auf den schmalen Baumstamm zu setzen oder gar zu legen? Kann er auf dem Stein sitzend ein Pfötchen geben? Kann er unter einem abgefallenen Ast durchkriechen? Was auch immer ihr Hund an Signalen und Tricks beherrscht lässt sich evtl. auch in verschiedensten Situationen und auf verschiedensten Untergründen durchführen. Aber Achtung: Denken Sie daran, diese gemeinsame Aktivität soll Ihnen und Ihrem Hund Spaß machen. Versucht ihr Hund also einige Male sich z.B. auf den Baumstamm zu setzen, traut sich aber einfach nicht, weil es zu wackelig oder zu schmal ist, dann loben Sie den Versuch und probieren Sie es halt beim nächsten Gang nochmal.

Je geschickter der Hund wird und je besser er die Wortsignale zu den einzelnen Übungen beherrscht, wie z.B. „Hopp“ für das springen auf einen Baumstumpf o.ä. oder „rum“ für das umrunden eines Baumes, umso mehr kann man auch mal auf Distanz arbeiten, d.h. ich muss meinen Hund nicht mehr ganz ans Hindernis heranführen, sondern kann aus einiger Entfernung auf den Baum zeigen, den der Hund umrunden soll und ihn mit entsprechendem Signal losschicken. Die Arbeit auf Distanz, aber auch generell die gemeinsamen Aktivitäten führen meist dazu, dass die Hunde viel aufmerksamer werden auf den Spaziergängen und immer mal wieder schauen, ob ihr Menschen nicht gleich wieder eine tolle Aktion mit ihnen startet. Macht den Hunden das Ganze so richtig Spaß kann man auch oft erleben, dass sie sich die Hindernisse, an denen sie schon einmal mit Ihnen eine Übung gemacht haben merken und sie bei den nächsten Spaziergängen ganz selbstständig erklimmen und Sie als Besitzer freudestrahlend und erwartungsvoll anschauen.

Es ist übrigens noch kein Meister vom Himmel gefallen: Zeigt ihr Hund nicht gleich beim ersten Mal eine riesen Geschicklichkeit, bitte nicht gleich aufgeben. Körpergefühl und Gleichgewichtssinn kann man trainieren und durch ständiges Üben weiter ausbauen. Am Ende bringt es ihrem Hund nicht nur beim Wald-Agility was, sondern auch in alltäglichen Lebenssituationen, wenn er z.B. eine unbekannte steile Treppe mit Ihnen hinauf steigen oder über eine Brücke laufen soll. Je mehr er sich in neuen Bewegungen und Abläufen üben kann und vor allem sie mit Ihnen zusammen auf positive Art und Weise kennen gelernt hat, umso leichter wird er Ihnen dann auch im Alltag vertrauen und neue Herausforderungen mit Ihnen gemeinsam meistern.

Hier nochmal zusammengefasst, welche Hindernisse und Übungen beim Wald-Agility nutzen kann:

Bäume Umrunden, mit den Vorderpfoten dran hoch steigen
Umgefallene Baumstämme drauf oder drüber springen, hinüber balancieren, sitzen/liegen und andere Tricks auf dem Stamm machen, Vorderpfoten auf dem Stamm- Hinterpfoten am Boden oder umgekehrt und so den Stamm entlang laufen, ggf. Stamm umrunden; alles auch aus der Distanz
Baumreihen Slalom, verschiedene Umrundungsvarianten wie z.B. eine 8
Baumwurzeln hinüber klettern, darauf sitzen/liegen, ggf. vorhandene Tricks zeigen, wie z.B. Pfote geben o.ä., umrunden
Sitzbänke drauf springen, drüber balancieren, über die Banklehne springen (je nach Höhe der Bank und Größe und Fitness des Hundes) ; Bank umrunden; darunter her kriechen, darauf sitzen/liegen, ggf. vorhandene Tricks zeigen, wie z.B. den Diener (Vorderhand des Hundes am Boden, Popo des Hundes in der Luft), Vorderpfoten auf Banklehne
Steine/Baumstümpfe drauf springen, umrunden, darauf sitzen/liegen, ggf. vorhandene Tricks zeigen, wie z.B. die Vorderpfoten auf den Baumstumpf und die Hinterhand des Hundes bewegt sich einmal komplett im Kreis um den Stumpf herum
Heruntergefallene Äste drüber springen, darunter her kriechen; Äste selbst sammeln und wie eine Leiter in einigen Abständen hintereinander legen und den Hund darüber laufen lassen (fördert Koordination und Geschicklichkeit)
Tunnel, z.B. durch Bachläufe auf Signal hindurch laufen (lieber nur kurze Tunnel nutzen und prüfen ob der Tunnel groß genug ist und der Hund ohne Probleme durch passt und sich auch darin drehen könnte und auch keine Gitter & Co. den Weg versperren)

Die nächsten Termine zum Thema Spaß & Beschäftigung

Jan 2020

  Datum und Uhrzeit Veranstaltung
18.01.2020
10:00 - 16:00
Tricktraining eine geniale Beschäftigung für deinen Hund - mit Pia Gröning
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl
19.01.2020
10:00 - 16:00
Hürdenrennen mit Geruchsunterscheidung & Apportieren - mit Pia Gröning
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl

Feb 2020

  Datum und Uhrzeit Veranstaltung
16.02.2020
10:00 - 17:00
Motivation & Spaß - Wie animiere ich Spielmuffel richtig? mit Pia Gröning
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl

Mrz 2020

  Datum und Uhrzeit Veranstaltung
22.03.2020
10:00 - 16:00
Treibball eine tolle Sportart für JEDERHUND - mit Pia Gröning
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl

Apr 2020

  Datum und Uhrzeit Veranstaltung
04.04.2020 - 05.04.2020
10:00 - 17:00
Antijagdtraining Schwerpunkt: Beschäftigung - mit Pia Gröning
Toms´ Hundewelt, Riegel
06.04.2020
10:00 - 17:00
Longiertraining *** Zusatzqualifikation für Hundetrainer-/innen - mit Pia Gröning
Toms´ Hundewelt, Riegel
17.04.2020
10:00 - 17:00
Longiertraining *** Zusatzqualifikation für Hundetrainer-/innen - mit Pia Gröning
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl
18.04.2020
10:00 - 16:00
Longiertraining für den Hund (Basics) - mit Pia Gröning
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl
19.04.2020
10:00 - 16:00
Schnüffeltag Schwerpunkt: Stöbern nach Gegenständen & Geruchsunterscheidung - mit Pia Gröning
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl

Mai 2020

  Datum und Uhrzeit Veranstaltung
01.05.2020 - 03.05.2020
10:00 - 17:00
Mehrhundehaltung: Tipps & Tricks für ein harmonisches Zusammenleben - mit Pia Gröning
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl
16.05.2020 - 17.05.2020
10:00 - 17:00
Antijagdtraining Schwerpunkt: Beschäftigung - mit Pia Gröning
Pfotenakdemie Ruhrgebiet, Marl
21.05.2020 - 22.05.2020
9:00 - 17:00
Zusatzqualifikation für Hundetrainer/-innen: HOOPERS Lehrgang mit Michael Kroner
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl
23.05.2020 - 24.05.2020
9:00 - 17:00
Zusatzqualifikation für Hundetrainer/-innen: HOOPERS Lehrgang mit Michael Kroner
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl

Jun 2020

  Datum und Uhrzeit Veranstaltung
27.06.2020 - 28.06.2020
10:00 - 17:00
Dummytraining für Einsteiger - mit Pia Gröning
Pfotenakdemie Ruhrgebiet, Marl

Aug 2020

  Datum und Uhrzeit Veranstaltung
15.08.2020 - 16.08.2020
10:00 - 17:00
Antijagdtraining Kompakt - mit Pia Gröning
Toms´ Hundewelt, Riegel
23.08.2020
10:00 - 16:00
Schnüffeltag Schwerpunkt: Stöbern nach Gegenständen & Geruchsunterscheidung - mit Pia Gröning
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl

Sep 2020

  Datum und Uhrzeit Veranstaltung
Lina Engelken 20.09.2020
10:00 - 17:00
Frisbee-Workshop für Anfänger - mit Lina Engelken
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl