Pfotenakademie News

Kursankündigungen

Start des Bindungs- und Kommunikationskurses

Am Mittwoch, den 27. Februar 2019 startet um 16.00 Uhr der nächste Bindungs- und Kommunikationskurs unter der Leitung von Pia Gröning – der Kurs findet INDOOR und in kleinen Teilen Outdoor statt.

Termine werden sein: 27. Februar und 6./13./20./27.  März und 3. April 2019 jeweils mittwochs um 16 Uhr.

Dieser Kurs eignet sich für jedes Mensch-Hund-Team, da es immer Aspekte gibt, die das Zusammenleben von dir und deinem Hund noch schöner und einfacher machen können!

Zu diesem Thema gibt es auch

Zur Anmeldung reicht es einfach, das Kontaktformular auszufüllen und reinzuschreiben, dass man verbindlich an diesem Kurs teilnehmen möchte. Die organisatorischen Infos etc. folgen dann ca. 1-2 Wochen vor Kursbeginn per Email.

 

Wissenswert

Spaß & Beschäftigung – Hab’ eine tolle Zeit mit deinem Hund – aber wie? von Pia Gröning

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Spaß & Beschäftigung

Hab’ eine tolle Zeit mit deinem Hund - aber wie? von Pia Gröning

Was kann man eigentlich mit seinem Hund alles machen?

Es gibt inzwischen jede Menge Möglichkeiten seinen Hund zu beschäftigen – egal ob „allein“ Zuhause, im Garten oder beim Spaziergang oder in der Gruppe unter Anleitung in der Hundeschule oder im Hundesportverein – für jedes Hundealter, für jedes Fitnesslevel, für jede Rassegruppe und auch für alle individuellen Vorlieben gibt es die passende Beschäftigung.

Warum ist die Beschäftigung des Hundes überhaupt wichtig?

Beschäftigung ist für die Mensch-Hund-Beziehung absolut wertvoll – vorausgesetzt sie macht beiden Spaß! Der Hundehalter verbessert seine Körpersprache und seine Trainingsfähigkeiten in Sachen Hundetraining. Der Vierbeiner bindet sich durch den gemeinsam erlebten Spaß besser an seinen Zweibeiner, was dann beim Spaziergang im Gehorsam und der Erziehung für einen großen Unterschied sorgt.

Je nachdem, was man mit seinem Hund so unternimmt, wird der Grundgehorsam des Hundes sowieso nochmal gefestigt, weil der Hund z.B. bleiben können muss, damit sein Frauchen oder Herrchen für ihn den Futterbeutel verstecken kann.

Kanalisierung - was ist das?

Wenn Ihr Hund einer bestimmten Hunderasse oder Rassegruppe angehört, dann hat er genetisch festgelegte Bedürfnisse. Nun ist aber ja nicht jeder Jäger oder Schäfer, um seinen Hund artgerecht beschäftigen zu können.

Vielleicht haben Sie schon mal von dem Begriff Kanalisierung gehört?

Damit ist gemeint, dass Sie sich bemühen die genetisch bedingten Bedürfnisse Ihres Arbeitshundes in abgeleitete Beschäftigungsformen umzulenken, die dem ursprünglichen Einsatz der Hunderasse möglichst nah kommt. Typische Beispiele sind statt Wildspuren zu suchen Mantrailing (Personensuche) oder Eigenfährte. Statt Schweißarbeit Leberwurstwasserfährten. Statt Wild apportieren, Dummytraining. Statt nach Wild stöbern, die Stöbersuche nach dem Futterbeutel oder anderen Motivationsobjekten usw… 

Bewegungsreiche Beschäftigung wie Zughundesport, Longiertraining, Frisbee spielen & Co. hilft beim Frustabbau, wenn der Hund zum Beispiel durch ein Jagd- oder Aggressionsproblem vermehrt an der Leine geführt wird.

Beschäftigung beim Spaziergang kann im Hunde-Alltag Langeweile vorbeugen und somit daraus möglicherweise entstehende Probleme wie Joggern hinterher zu rennen oder nach Wild zu suchen.

Wenn der Hund sich beim Spaziergang auf „Wald-Agility“ und Nasenarbeit einlässt, dann ist das gleichzeitig auch ein Training dahingehend, das er sich auf seinen Hundeführer einlässt und andere Ablenkungen wie Passanten und tolle Gerüche ausblendet – das hat also auch wieder positive Auswirkungen auf den allgemeinen Gehorsam des Hundes.

Kurzüberblick Beschäftigung

in der Wohnung

  • Nasenarbeit: Schnüffelspiele mit Leckerchen und Spielzeug, Geruchsunterscheidung, Apportieren, benannte Gegenstände suchen, ZOS
  • Tricktraining 
  • Fitnessübungen für den Hund
  • Anfänge des Treibballs
  • Umrunden
  • Targettraining
  • Auffrischung des Grundgehorsam
  • Konzeptlernen
  • Elemente aus dem (Rally) Obedience
  • Elemente aus dem (Rally) DogDance
  • Hund als Haushaltshilfe

im Garten (zusätzlich zu den Übungen in der Wohnung)

  • Longiertraining
  • Hürdenrennen mit Geruchsunterscheidung
  • Elemente aus dem Agility, Treibball, Frisbee
  • Nasenarbeit: Wurstwasserfährten, Stöbersuche
  • Cavalettitraining
  • Bodenarbeit nach der Tellington TTouch® Trainingsmethode

beim Spaziergang

  • Nasenarbeit: alle Varianten – viele werden im Verlauf des Artikels noch näher vorgestellt
  • Apportieren/Dummytraining
  • „Wald-Agility“: über umgefallene Baumstämme springen, darauf balancieren, Slalom um Bäume, Bäume umrunden usw.
  • Kletterspiele
  • Wasserspiele (Planschen, Suchen, Apportieren oder einfach nur so schwimmen)
  • Zughundesport und Carnicross
  • Elemente aus dem Longiertraining/Umrunden
  • Bodenarbeit nach der Tellington TTouch® Trainingsmethode
  • Frisbee
  • Auffrischung Grundgehorsam
  • Tricktraining
  • Anschleichen an kleine Vögel, Kaninchenbauten
  • Tierspuren anzeigen lassen
  • Fahrrad-Begleithund
  • Joggen
  • Pferd-Begleithund

Hundesportarten

  • Longiertraining (auch Rally)
  • Treibball
  • DogDance (auch Rally)
  • Agility
  • NADAC Hoopers Agility
  • Mantrailing
  • Flächensuche (Rettungshundarbeit)
  • Obedience (auch Rally)
  • Turnierhundesport
  • VPG (Schutzhundesport)
  • Zughund
  • Carnicross
  • Hürdenrennen mit Geruchsunterscheidung
  • Flyball
  • ZOS

Wie finde ich die richtige
Beschäftigung für meinen Hund?

Beschäftigung ist für die Mensch-Hund-Beziehung absolut wertvoll – vorausgesetzt sie macht beiden Spaß! Der Hundehalter verbessert seine Körpersprache und seine Trainingsfähigkeiten in Sachen Hundetraining.

Der Vierbeiner bindet sich durch den gemeinsam erlebten Spaß besser an seinen Zweibeiner, was dann beim Spaziergang im Gehorsam und der Erziehung für einen großen Unterschied sorgt.

Je nachdem, was man mit seinem Hund so unternimmt, wird der Grundgehorsam des Hundes sowieso nochmal gefestigt, weil der Hund z.B. bleiben können muss, damit sein Frauchen oder Herrchen für ihn den Futterbeutel verstecken kann.

Was können wir tun?

Bevor Sie mehr Detailinfos zu den genannten Beschäftigungsmöglichkeiten bekommen, gibt es einige Kriterien zu beachten, wie jeder Hundeführer für sich und seinen Hund die passende Beschäftigung findet.

Das Thema Kanalisierung wurde ja bereits angesprochen. Darüber kann man sich als zukünftiger Hundehalter übrigens bereits vor der Anschaffung des Tieres Gedanken machen. Wenn Ihr Hund einer bestimmten Rasse bzw. Rassegruppe angehört, dann macht es absolut Sinn sich damit auseinander zu setzen, welche Aufgaben diese Rasse ursprünglich hatte und als erstes die diesen ähnelnden Beschäftigungen auszuprobieren. Der Beagle ist z.B. ein Spurensucher und hat im Bereich Nasenarbeit sicherlich Spaß an der Rückspursuche, der Eigenspur (also z.B. ein Würstchen an der Schnur hinter mir hergezogen), der Wurstwasserfährte oder auch dem Mantrailing.

Der Retriever apportiert in der Regel gerne und ist dann im Dummytraining gut aufgehoben – und natürlich bei den Wasserspielen. Auch der Vorstehhund und Spaniel hat am Dummytraining häufig Spaß. Doch Münsterländer, Weimaraner, Viszla & Co. benötigen dann vergleichsweise doch mehr Action und deswegen sollte unbedingt neben dem Freilauf auch der Zughundesport, Longiertraining und alles was mit schneller Bewegung zu tun hat, ausprobiert werden, so wie sämtliche Bereiche der Nasenarbeit.

Der Spaniel benötigt hingegen weniger das flotte Tempo, dafür durchstöbert er gerne Buschwerk und liebt deswegen die entsprechenden Suchspiele. Übrigens gibt es in dem Buch „Spiele & Action für Jagdhunde“ von Pia Gröning einen Test, der einem die Wahl der Beschäftigung für seinen Jagdhund erleichtert.

Als Hütehundbesitzer muss ich mir Gedanken machen, ob ich aus ethischen Gründen wirklich meinen Hund nur so zum Spaß andere Tiere (Schafe & Co.) hüten lasse oder ob mein Hund nicht auch mit selbst kreierten Hütespielen wie z.B. im Buch „Powerspiele für Hütehunde“ von Karina Mahnke eine schöne Ersatzbefriedigung bekommt? 

Gerade die Hütehunde sind allerdings ein gutes Beispiel dafür, das sie nicht nur Spaß an kanalisierender Beschäftigung haben, sondern sich im Prinzip überall für begeistern können, wo sie ihre Schnelligkeit und Klugheit unter Beweis stellen können. Somit findet man sie in sämtlichen Hundesportarten.

Wer möglichst viel Wert auf artgerechte oder naturnahe Beschäftigung setzt, der macht mit seinem Hund Streifzüge durch sein Revier – also durch die Umgebung des Hauses, in dem er wohnt. Der Hund darf den Weg bestimmen, hingehen, wo er hingehen möchte und schnüffeln und markieren, wo es ihm beliebt. Vom Menschen oder Vierbeiner initiiertes Spiel wird dann aus den Jagdsequenzen Spurensuchen & Stöbern (= Appetenzverhalten), Fixieren, Anschleichen, Hetzen, Packen, Töten (Schütteln) und Fressen abgeleitet – denn jegliche Form von Spiel – auch das von Hunden untereinander – ist ursprünglich bei den Jungtieren eine Vorbereitung auf die Jagd gewesen oder auf die Verbesserung der Interaktion mit der arteigenen Spezies.

Ein wichtiger Faktor für die Wahl des Hundesports – oder auch die Entscheidung dagegen, ist die Fitness des Hundes und ggf. auch die eigene Fitness. So kommt z.B. die Sportart Hoopers Agility den Hundeführern entgegen, die beim Agility nicht so schnell mit ihrem Hund gemeinsam über den Hundeplatz flitzen können oder wollen. Denn beim Hoopers Agility wird der Hund auf Distanz geführt, läuft den Parcours also quasi auf Anweisung aus der Ferne. Auch beim Longiertraining muss der Mensch nur zu Beginn des Trainings mitlaufen, dann wird es für den Menschen eher gemütlich. Genauso beim Treibball. Und auch beim Zughundesport ist auf menschlicher Seite wenig Fitness von Nöten.

Um so wichtiger ist es allerdings, dass ich als Hundebesitzer immer hinterfrage, wie viel Belastung ich meinem Hund eigentlich zumuten möchte und kann?

Denn es passiert vor allem unter Anleitung aber auch durch mangelndes Fachwissen schnell, dass der Hund körperlich überfordert wird. Ist es wirklich nötig, dass mein Hund zum Spaß beim Agility ständig die volle Hürdenhöhe springen muss? Bin ich gut im Frisbee werfen und setze meinem Hund nicht unnötig Gesundheitsrisiken durch ungeschickt geworfene Frisbees aus? Sind die ständigen Stops beim Wurf mit der Ballschleuder und Co. wirklich auf Dauer zumutbar?

Wenn der Hund im Hundesport geführt wird, dann sollte mindestens jedes Vierteljahr ein Check bei einem GUTEN Hundephysiotherapeuten oder noch besser Hundeosteopathen oder Hundechiropraktiker erfolgen. Der nicht spezialisierte Tierarzt begutachtet in der Regel weder das Gangbild des Hundes noch hat er das nötige Feingefühl in den Händen, um Verspannungen, Blockaden und Co. zu ermitteln und dann auch entsprechend zu behandeln! 

Es gibt nicht ohne Grund auch immer mehr Hundeschulen und Hundephysiotherapeuten, die präventive Fitnesskurse für Hunde anbieten, damit sie die Belastungen beim Hundesport besser kompensieren können. Teilweise kann man diese Übungen auch alleine mit seinem Hund Zuhause durchführen. Auch im Bereich des Tricktrainings finden sich viele Elemente, die sich zum Warmmachen des Hundes und zum Aufbau bestimmter Muskelgruppen eignen. Eine Empfehlung zu dem Thema ist  das „Praxisbuch Hundefitness: Grundlagen, zielgerichtetes Training und individuelle Übungskombinationen“ von Carmen Herritier.

Außerdem gibt es bei uns in der Hundeschule eine wöchentliche Fitnessgruppe für Hunde:

und regelmäßig findet der Workshop „Verspannungen erkennen und lösen“ mit Annett Pannenbäcker statt.

Letztendlich gilt es aber sich im Vorhinein zu der Sportart oder der Beschäftigung zu informieren und es dann einfach auszuprobieren! Wichtig ist: Wie benimmt sich der Hund nach dem Sport oder der Beschäftigung? Kommt er schnell runter von seiner Erregung und schläft ruhig ein? Ist er dann für den oder mehrere Tage ausgeglichener als ohne? Zeigt er nach dem Sport keinerlei vermehrte Aggression? Entwickelt er langfristig betrachtet kein unerwünschtes Verhalten wie vermehrtes Jaulen und Bellen, Probleme anderen Mensch-Hund-Teams beim Training zuzuschauen, ständige Anspannung, Probleme mit dem Bleibsignal etc.?? Auch das Körperliche darf wieder beachtet werden: Wirkt der Hund sehr erschöpft? Ist seine Haut rund um die Wirbelsäule gut verschiebbar oder sind so genannte Muskel-Verklebungen zu fühlen = die Haut wirkt angespannt und an der Wirbelsäule festsitzend. 

Ansonsten ist natürlich wichtig, das BEIDE Spaß empfinden – somit ist jegliches laute Wort oder gar Strafen ein absolutes NOGO, wenn es um das Thema Beschäftigung geht!

Training über Belohnung und Lachen, wenn Fehler passieren sind eine Selbstverständlichkeit – denn wir machen das ja, um gemeinsam mit dem Hund eine schöne Zeit zu verleben – und da haben negative Gefühle und Gedanken keinen Platz!

Wie oft sollte der Hund beschäftigt werden?

Solch eine Frage lässt sich sehr schwer pauschal beantworten. Ist mein Hund sowieso schon schnell gestresst und neigt zur Aufregung, dann hat er genug damit zu tun von seinem Adrenalinlevel runter zu kommen und benötigt nicht noch mehr Aufregung bzw. nur sehr dosiert auf 1 mal in der Woche ein „Hundeevent“. Die meisten Hunde finden es gut so 1-2 mal in der Woche einer konkreten Beschäftigung in der Hundeschule, dem Sportverein ö.ä. nachzugehen und ansonsten die Beschäftigung in den Alltag zu integrieren.

Generell sollte ich als Hundehalter auch darüber nachdenken, dass ich meinem Hund, wenn ich immer mehr mit ihm mache, auch immer mehr Kondition antrainiere. Bin ich zum Beispiel bei 20 km Fahrrad fahren pro Tag für einen Vorstehhund angekommen, muss ich mich fragen, ob ich das auch wirklich jeden 2. Tag zeitlich leisten kann, das meinem Hund zu bieten?

Man kann versuchen bei der ursprünglichen Arbeitshundehaltung Richtwerte zu finden. So wird z.B. ein Deutscher Jagdterrier oder eine Bracke, der/die für Drückjagden eingesetzt wird, im Herbst und teilweise im Winter 1-2 mal pro Woche eingesetzt – erbringt also körperlich absolute Hochleistungen und im Frühjahr und Sommer ist nicht viel los.

So auch bei vielen Hütehunden – tagelanges Nichtstun und dann wieder sehr arbeitsintensive Tage.

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie mit Ihrem Hund zu viel oder zu wenig machen, dann testen Sie über einen Zeitraum von 3 Wochen, indem Sie eine bestimmte Beschäftigung weglassen oder kürzere Spaziergänge machen oder längere – je nach Vermutung und ziehen danach ein Fazit. Wie hat mein Hund sich in den 3 Wochen verändert? 

Wenn Sie einen Hundetrainer um Rat bitten, dann achten Sie darauf, ob dieser sich mit Ihrer Hunderasse auskennt, Ihnen nicht einfach nur einen Kurs verkaufen möchte, der gerade Teilnehmer benötigt, ob dieser Erfahrung mit verschiedenen Bereichen der Beschäftigung hat und welchen Eindruck seine Hunde auf Sie machen – wirken Sie ausgeglichen (soweit Sie die Hunde in unterschiedlichen Alltagssituationen zu Gesicht bekommen, um das beurteilen zu können)?

Pia Gröning

Ich persönlich achte bei meinem Münsterländer (10 Jahre)  und meinem Spaniel (3 Jahre) darauf, dass sie sich 1-2 mal in der Woche selbstbestimmt körperlich auspowern können (also so viel wie sie möchten) und ansonsten gehen wir täglich insgesamt um die 2 h spazieren. Bei den Spaziergängen laufen die beiden viel frei und haben Zeit zum Schnuppern und auch mal buddeln. Gehorsamsübungen aus dem Antijagdtraining und das Thema Wild anzeigen sind ständiger Begleiter und damit verdienen sie sich einige Leckereien unterwegs.

Wir machen hier und da mal kleine Beschäftigungen aus dem Bereich Dummy Training/Apportieren, Nasenarbeit und „Wald-Agility“ oder sind am Wasser zum Schwimmen. 1-2 mal in der Woche sind wir mit dem Fahrrad unterwegs. Im Garten gibt es fast täglich Suchspiele. In der Wohnung üben wir alle paar Tage Tricks und mit dem Spaniel, das er sich bürsten und scheren lässt, also Medical-Training. Ansonsten je nach Temperaturen und Zeit steht auch mal Longiertraining an.

Die Beschäftigungsarten im Detail

Da das fast ein eigenes Buch ist :-), bitten wir um euer Verständnis, dass es nicht von heute auf morgen geht für jedes genannte Thema Texte und Videos bereit zu stellen – aber wir arbeiten dran!

Die Beschäftigungsarten im Detail

Das Spiel mit der Scheibe für gesunde Vierbeiner! (Autorin: Lina Engelken)

Frisbee ist eine Hundesportart, die nicht nur toll aussieht und wahnsinnig viel Spaß macht – neben der körperlichen Auslastung wird der Hund dabei auch stark geistig gefordert. Der Mensch muss lernen, die Frisbeescheibe sauber zu werfen und für seinen Hund so zu platzieren, dass er sie gut fangen kann. Der Hund muss lernen, auf seinen Menschen zu achten, um dann abschätzen zu können, wo die nächste Frisbeescheibe hinfliegen wird und wann er sie am besten fangen kann.

In einer sog. Freestyle-Kür werden dann verschiedene Würfe und Tricks sowie Körperab- und –übersprünge zu einer selbstgewählten Musik kombiniert. 

Frisbee eignet sich für gesunde Hunde. Man kann bereits mit einem Junghund trainieren, dass er die Frisbees zurück bringt und tauscht, sowie verschiedene Tricks erarbeiten.

 Da Frisbee – wenn man es richtig spielt – gelenkschonender als Bällchen werfen ist, kann es unter bestimmten Voraussetzungen auch mit körperlich eingeschränkten Hunden gespielt werden.  Denn der Hund kann die Frisbee in der Bewegung aus der Luft fangen, auslaufen und dann umdrehen und zu Herrchen/Frauchen zurück bringen. Beim Ballspielen stoppt der Hund in der Regel sehr hart vor oder über dem Ball ab, nimmt diesen auf und wendet auf der Stelle. Diese Stopps und engen Wendungen belasten den Bewegungsapparat des Hundes stark.

Hürdenrennen mit Geruchsunterscheidung (Scent-Hurdle-Racing) – Action, Konzentration, Auslastung und jede Menge Spaß (von Pia Gröning)

Wer statt zu lesen lieber hört, findet auch eine Podcastfolge zu dem Thema hier: 

Das Hürdenrennen mit Geruchsunterscheidung (HmG) findet als Hundesportart derzeit den Einzug in die deutschsprachigen Länder – kein Wunder – denn es gibt kaum einen Hund, der diese Sportart nicht liebt. Vorstellen kann man sich das ganze wie Flyball – nur statt der puschenden Bälle wartet aus dem Bereich Nasenarbeit eine Geruchsunterscheidung am Ende der Hürden: Es gibt 4 Flyball-Hürden, die hintereinander aufgestellt werden. Hinter der letzten Hürde befindet sich eine Ablage mit 4 Hanteln darauf (oder Markierungsteller mit Holzklammern darunter).

Mensch und Hund stehen an der Startlinie. Der Hund springt ohne seinen Menschen über die 4 Hürden, sucht die richtige Hantel und apportiert sie über alle 4 Hürden zurück. Das ganze lässt sich sowohl alleine spielen als auch gegeneinander als auch in Mannschaften. 

Letztendlich gibt es noch keine verbindlichen Turnierrichtlinien. Deswegen wäre es denkbar, dass es bei Fehlern wie z.B. das Auslassen einer Hürde, das Apportieren der falschen Hantel etc. Strafpunkte gibt oder man könnte auch auf Zeit spielen etc..

Das Grundprinzip lässt sich beliebig abwandeln. Für Hunde, die nicht springen sollen, kann man statt der Hürden Stäbe als Tore stecken, durch die der Hund laufen soll. Man könnte es auch schwieriger machen, indem die Hürden in einem Bogen aufgestellt werden. Im Bereich der Geruchsunterscheidung gibt es ebenfalls verschiedene Schwierigkeitsgrade: Bei dem klassischen Rennen sucht der Hund den Gegenstand, der nach seinem Menschen und ihm selbst riecht. Man könnte ihm aber auch beibringen immer den Gegenstand zu suchen, der z.B. nach Kamille riecht – dann wäre das die Suche nach einem Target-Duft. Noch schwieriger wird es, wenn man Geruchs-Memory spielt. Hierbei bekommt der Hund beim Start einen Geruch „gezeigt“ (z.B. Minze) und er soll dann den Gegenstand suchen und apportieren, der nach Minze riecht. Beim nächsten Durchgang soll er dann Minze ignorieren, weil er diesmal vorher Zitrone „gezeigt“ bekommen hat usw..

Aber bevor wir uns weiter den vielfältigen Möglichkeiten widmen, hier die Grundlagen:

Der Hund wird in 3 Fächern geschult – keins davon erfordert eine besondere Geschicklichkeit seitens des Hundes:

  • Apportieren
  • Geruchsunterscheidung
  • Sprungtraining

Beim Apportieren ist es wichtig, dass der Hund den Gegenstand gerne trägt – so fest, dass er bei der Bewegung nicht aus dem Maul fällt und so soft, dass der Gegenstand nicht zerstört wird. Der Hund muss geschult werden mit Gegenstand im Maul zu springen (nicht selbstverständlich!) und er sollte den Gegenstand am Ende seinem Menschen in die Hand geben, um auszuschließen, dass er den Gegenstand vor der Ziellinie oder gar in zwischen den Hürden fallen lässt. Je nach Hund, kann das Erreichen dieser Ziele einige Zeit in Anspruch nehmen. Parallel können bereit die anderen beiden Fächer geübt werden.

Bei der Eigengeruch-Unterscheidung sucht der Hund den Gegenstand, der nach ihm riecht. Wenn man einen Helfer hat, der die Gegenstände auslegt ist das vom großen Vorteil, da man wirklich nur SEINEN Gegenstand anfassen darf – aber unter keinen Umständen die anderen Gegenstände. Ggf. können Grillzange oder Einweghandschuhe wichtige Helfer sein. Auch Markierungsteller, die anfangs über die Gegenstände gelegt werden, sind wichtig, da sie den Hund animieren seine Nase einzusetzen, statt wahllos den erstbesten Gegenstand  zu apportieren. Manche Hunde sind Naturtalente. Da nimmt man z.B. eine Kastanie in die Hand und reibt sie etwas und wirft sie dann in den Haufen anderer Kastanien zurück und fordert den Hund auf zu apportieren. Der Hund wird vermutlich nach der einen Kastanie suchen, die weggeworfen wurde. Andere Hunde benötigen Hilfe, indem sie immer nur dann Lob und Belohnung erhalten, wenn sie den richtigen Gegenstand auswählen. Gleichzeitig wird durch z.B. Fuß draufstellen verhindert, dass der Hund einen falschen Gegenstand apportieren kann. Parallel zur Geruchsunterscheidung wird das Apportieren geübt (falls notwendig) und das Sprungtraining.

Beim Sprungtraining ist es wichtig, dass der Hund lernt alle vier Hürden zu nehmen ohne eine auszulassen. Erfahrungsgemäß fällt das Training den Hunden leichter, die es kennen zu einer Pylone oder einem anderen Target Voran oder Drumherum geschickt zu werden. Dann kann man in der Anfangszeit weit hinter die letzte Hürde eine Pylone als Sichthilfe aufstellen. Die Hürden beim Hürdenrennen entsprechen denen beim Flyball. Sie sind im Vergleich zu Agility-Hürden schmaler und laden anscheinend mehr ein vorbei zu laufen. 

Am besten macht man den Hund damit vertraut, indem man ihn vor einer Hürde bleiben lässt, dann slbst über die Hürde hinweg geht und den Hund über die Hürde zu sich ran ruft. Das kann man erst mit einer, dann mit zweien, dann mit dreien und zum Schluss mit allen vier Hürden üben. 

Wer keinen Hundeplatz zur Verfügung hat, der kann im Wald alternativ auch umgefallene Baumstämme oder große Äste als Hürden nutzen.

Klappt sowohl die Geruchsunterscheidung als auch das Sprungtraining einzeln gut, dann wird zuerst das Apportieren mit dem Springen kombiniert – das ist immerhin Multitasking für den Vierbeiner! Dann folgt die Kombination aus Geruchsunterscheidung und Hürdenlauf. 

Wer Turnier-Absichten hat, der benötigt nicht nur drei weitere Mensch-Hund-Teams für eine Mannschaft, sondern der sollte auch den Start und Ziellauf unter höchster Ablenkung durch andere Zwei- und Vierbeiner üben! 

Einzelne Kurse zum Hürdenrennen mit Geruchsunterscheidung findet man leider selten. Auch bei uns gibt es diese Sportart nicht „allein“, sondern sie kommt in der Gruppe Sport & Spaß-Akademiker, im Kurs Nasenarbeit zum Reinshnuppern und als Seminar-Tag vor.

Aber der Sport lässt sich sehr schön auch in „Eigenregie“ mit dieser DVD von Pia Gröning erlernen oder Onlinekurs Hürdenrennen.

Longiertraining mit Hilfe des Clickers trainiert (von Pia Gröning)

Der Hundesport Longiertraining erobert die Hundeerziehungs-Welt. Der Hund lernt einen mit Flatterband markierten Kreis zu umrunden. Der Hundeführer steht (zumindest anfangs) innerhalb des Kreises und lenkt den Hund mittels Sichtzeichen und Körpersprache. 

Es ist nicht ganz klar, wer diese neue Sportart entwickelt hat und wo die Ursprünge liegen. Longiertraining könnte aus dem Bereich des Pferdetrainings stammen. Dabei wird eine 10 bis 15 Meter lange Leine (Longe) am Kopfhalfter des Pferdes befestigt. Der Mensch hält das andere Ende der Longe und treibt das Pferd z.B. mit einer Peitsche von sich weg. Durch die Longe läuft das Pferd gezwungenermaßen im Kreis.  Auch aus dem Bereich des Hütetrainings könnte die Idee zum Longiertraining herstammen.  Beim Training von z.B. Border Colies stehen die Schafe beim Erstkontakt in einem kreisförmig aufgestellten Zaun (Pferch). Der Hund lernt diesen Pferch zu umkreisen und sich während des Laufens stoppen zu lassen.  Vielleicht kam auch jemand zufällig auf die Idee den Kreis als Hilfsmittel zum Aufbau von Distanzübungen für andere Sportarten zu nutzen.

Immerhin lässt sich im fortgeschrittenen Stadium des Longiertrainings die Distanzarbeit in allen möglichen Hundesportarten wie z.B. Dog Dance, Agility, Treibball oder sogar Schutzhundesport nutzen.

Der ein oder andere Clickerfan wird mit dem Begriff „Longiertraining für Hunde“ nichts Gutes assoziieren. Immerhin gibt es einige Hundetrainer die dem Hund das Umlaufen des Kreises beibringen, in dem die Kreismitte als Tabuzone erklärt wird. Der Hund wird also mehr oder weniger unsanft aus dem Innenkreis degradiert, wenn er ihn betritt.  Das macht für deren Trainingszweck Sinn. Immerhin ist die Arbeit am Kreis als „Einordnung in die Rangordnung“ gedacht. Das auf Distanz zum Menschen halten durch Vertreiben führt bei manchen Hunden zum Effekt, dass sie mehr auf ihren Menschen achten und der Wunsch nahe zu bleiben größer wird. Allerdings möchte ich an dieser Stelle mit großer Überzeugung erwähnen, dass es da durchaus andere Möglichkeiten im Bereich des Blickkontakt-  und Radius-Training und der Beschäftigung gibt, um einem Hund mehr Aufmerksamkeit zu seinem Menschen zu lehren – ohne Nebenwirkungen, die beim Vertreiben auftreten können.

Ganz davon abgesehen ist einer der interessantesten Effekte am Longierkreis, dass der Hund lernt auf die körpersprachlichen Signale (oder auch Kommandos) seines Menschen zu achten – und das allein mit Hilfe des Clickers, ein paar Leckerchen, ggf. einem Spielzeug oder Futterbeutel oder Targets, aber ganz ohne den Hund vorher zu vertreiben.  Weitere positive Effekte des Longiertrainings sind die Distanzarbeit und die Auslastung von Geist & Körper auf verhältnismäßig kleinem Raum. Der Halter selbst verbessert enorm seine eigene Körpersprache – das UND der gemeinsam erlebte Spaß, führt dann automatisch auch wieder zu einer verbesserten Bindung und Kommunikation miteinander!  Hat der Hund erst einmal begriffen, dass er  den Kreis umrunden soll, dann ist das Einfügen von Steh, Sitz, Platz, Wendungen & Tricks auf Distanz eine Kleinigkeit. Je nach Durchmesser des Kreises läuft der Hund in kurzer Zeit viele hundert Meter und muss gleichzeitig dabei auf  die Körpersprache seines Menschen achten – das powert aus! Insofern ist Longiertraining sowohl  zum Aufwärmen vor anderen sportlichen Tätigkeiten wie z.B. Frisbee spielen geeignet als auch als Abwechslung zum Spaziergang – vor allem für Hunde, die über ein großes Bewegungsbedürfnis verfügen und/oder nicht oft freilaufen können.

Um einen Longierkreis zu errichten, benötigen Sie:

  • eine ebene Fläche wie z.B. Wiese oder einen Sandplatz
  • ca. 10 Befestigungsmöglichkeiten für das Flatterband – z.B. 50 cm hohe Weidezaunpfosten (z.B. bei ebay erhältlich)
  • mind. 100 Meter Flatterband
  • 1 mind. 15 Meter langes Seil

Falls Sie Ihren Hund am Trainingsgelände nicht ableinen können, benötigen Sie außerdem eine lange Leine von mindestens 10 Metern.

Nutzen Sie eine der Befestigungsmöglichkeiten und das Seil als Zirkel. Stellen Sie die Befestigungsmöglichkeit in der zukünftigen Kreismitte auf. Binden Sie das Seil daran und entfernen Sie sich mit dem anderen Ende soweit wie möglich. Setzen Sie auch hier die Befestigungsmöglichkeit. Gehen sie nun am äußeren Ende des Seils zum Beispiel sechs Schritte weiter und setzen sie wieder eine Befestigungsmöglichkeit – so oft bis der Kreis geschlossen ist. Nun können Sie die Befestigungsmöglichkeit in der Mitte entfernen, alle übrigen verbinden Sie mit dem Flatterband zu einem Kreis. Und schon kann es los gehen!

 Setzen Sie Ihren Hund vor dem Flatterband ab. Stellen Sie sich auf die andere Seite des Flatterbandes im Innenkreis frontal zu Ihrem Hund auf. Deuten Sie mit der rechten Hand nach rechts und bewegen Sie sich ggf. auch ein paar Schritte in die Richtung. Sobald Ihr Hund sich in die richtige Richtung bewegt: Click & Futter über das Flatterband reichen oder werfen. Wiederholen Sie diesen Ablauf in jede Richtung einige Male. Nun können Sie beginnen etwas länger neben dem Hund herzulaufen und Momente zu clicken und belohnen, in denen der Hund aufmerksam neben Ihnen herläuft (Kriterien: Mensch anschauen, auf Höhe des Menschen laufen). Wenn Ihr Hund in den Innenkreis kommt, dirigieren Sie ihn mit einer freundlichen Handgeste hinaus und es geht sofort weiter. Sie müssen nicht nach jedem Click aus der Sitzposition starten, sondern können füttern und weiterlaufen fließend kombinieren.  Sie können nun beginnen, die Distanz zwischen Ihnen und Ihrem Hund zu vergrößern. Hierbei bietet es sich an nicht einfach näher zur Mitte zu gehen, sondern aus der Sitzposition mit mehr Distanz zum Hund zu starten. Denn das Eindrehen der Schulter zur Kreismitte, animiert viele Hunde in die Kreismitte zu kommen.  

Wenn es Ihrem Hund schwer fällt sich von Ihnen zu lösen, dann können Sie unterstützend mit Laufzielen arbeiten. Hier eignen sich bereits bekannte Targets oder Motivationsmittel wie Spielzeug oder Futter im Beutel bzw. der Dose. Lassen Sie Ihren Hund wieder Sitz machen und deuten Sie ihm zu bleiben. Legen oder werfen Sie den Target oder das Motivationsmittel an den Kreisrand (nicht Innen) ein paar Meter vom Hund entfernt, aus. Stellen Sie sich wieder mit etwas Distanz frontal zum Hund auf und deuten Sie ihn zum Start die Richtung an. Gehen Sie ihm erst kurz bevor er am Laufziel ankommt, hinterher, um ihn außerhalb des Kreises zu belohnen. So lernt Ihr Hund loszulaufen ohne dass Sie mitgehen.

Sobald Ihr Hund den Kreis umrundet, während Sie als Halter in der Kreismitte stehen, können Sie diverse Übungen integrieren. Lassen Sie ihn auf Signal hin stehen, sitzen oder liegen, indem Sie sich zum laufenden Hund frontal ausrichten und die ihm bekannten Hör- und Sichtzeichen geben. Lassen Sie Ihren Hund nach der Übung auch mal in die andere Richtung laufen. Probieren Sie, ob Ihr Hund den einen oder anderen Trick auch auf Distanz beherrscht. Bauen Sie Sprünge und andere Gerätschaften am Kreisrand auf.  Integrieren Sie Übungspartner in Ihr Longiertraining. Es könnte zum Beispiel jemand mit seinem Hund im Inneren des Kreises spielen, während Ihr Hund sich nach wie vor auf Ihre Körpersprache konzentriert.  Auch für den Übungspartner ist es eine Herausforderung im Sitz-Bleib zu warten, während Ihr Hund am Kreis entlang an dem Hund vorbeirennt. Wenn Sie mehrere Hunde haben, können Sie auch probieren beide gleichzeitig zu longieren bzw. Ihren Hund gleichzeitig mit einem anderen Mensch-Hund-Team an demselben Kreis zu longieren.

Probieren Sie aus, Ihre Position als Hundeführer innerhalb des Kreises zu verändern. Gehen Sie weniger mit. Halten Sie  sich mal ganz nah am Band auf und Ihr Hund soll trotzdem den ganzen Kreis umlaufen. Vielleicht können Sie sogar den Innenkreis verlassen und Ihren Hund auch außerhalb des Kreises drum herum dirigieren? Wenn ja, dann können Sie auch mit mehreren Kreisen arbeiten oder dem so genannten Spinnennetz, wo die Kreise ineinander sind und nicht nebeneinander.

Außerdem können Sie auch das Absperrband nach und nach abbauen bis irgendwann nur noch die Zaunpfähle als Markierung helfen und irgendwann gar keine Hilfe mehr vorhanden ist. Sie können aber auch Markierungspunkte in der Umwelt wählen, wie z.B. Mensch-Hund-Teams, die einen Kreis bilden, große Blumenbeete, Baumgruppen und vieles mehr!  

Sie merken schon, es gibt jede Menge Übungsvariationen, sobald der Hund verstanden hat, dass er um den Kreis rennen soll.

Seminartermin

Abo-Gruppe Longiertraining/Hundeschule

DVD Longiertraining

Onlinekurs Longiertraining

Video Aufbau eines Longierkreises

Nasenarbeit – überall möglich und wohl die natürlichste Beschäftigung für den Hund

Podcast: Nasenarbeit mit Pia Gröning

Für uns Menschen so schwer vorstellbar und für den Hund so natürlich: die Welt über den olfaktorische Sinn wahrzunehmen! Das Riechhiern des Hundes ist im Verhältnis zur normalen Gehirngröße und im Vergleich zu unserem Gehirn prozentual wesentlich größer! Die Riechschleimhaut des Vierbeiners entspricht ca. 170 qcm (unsere im Vergleich nur 10 qcm) – und auch pro Riechzelle hat der Hund im Vergleich etwa 170 mehr Riechzellen als wir. 

Es gibt diverse Möglichkeiten den Hund mittels Nasenarbeit zu beschäftigen. Es folgen mögliche Kategorisierungen:

Suche nach

  • Motivationsobjekten wie z.B. Futter/Leckerchen, Futterbeutel oder Spielzeug
  • verlorenem Gegenstand (Eigen- oder Fremdgeruch) mit Anzeige (Apportieren oder Sitz/Platz oder Verbellen oder Bringseln /Mensch holen)
  • Zielobjekten (Suche nach Stiften, Feuerzeugen, Euros etc.)
  • Menschen bzw. anderen Tieren.
  • Geruchsstoffen (Target-Duft, Trüffel, Rauschgift, Sprengstoff, Pilze, bestimmte Duftstoffe wie Haselnüsse oder Pilzsporen – Allergie-Hunde – etc.)

 Orte

  • Abgegrenzte Flächen (z.B. Wald, Wiese, Weg).
  • Trümmer (z.B. nach Sprengungen, Erdbeben).
  • An/In bestimmten Gegenständen (Koffer, Scent-Box, Autos, etc.)
  • Als Spur (Mantrailing, Schleppfährten, Wurstwasserfährten, klassische Fährtenarbeit).

Die „groben“ Kategorien:

  • Flächen-/Trümmersuche: („Rettungshundearbeit“) Eine unbekannte (meist liegende oder hockende oder anderweitig verletzt wirkende) Person wird in einem bestimmten Suchgebiet gesucht. 

Einsatz z.B. wenn man einen Hinweis hat, wo sich die Person ungefähr aufhält, aber kein Individualgeruch steht zur Verfügung. Einsatz nach Katastrophen (Rettungshund).

Mantrailing:  Mit Hilfe eines Geruchmusters sucht der Hund den Individualgeruch einer Person oder eines Tieres (Pettrailing).

Einsatz z.B. bei selbstmordgefährdeten Personen, die verschwunden sind, entlaufenen Kinder, Demenzkranken, aber auch bei Verbrechen, wo der Täter zu Fuß oder mit dem Fahrrad geflüchtet ist.

Geruchsunterscheidung

  • Eigengeruchsunterscheidung (z.B. einen Tannenzapfen nehmen, durch die Hände reiben und zu den anderen zurückwerfen)
  • Als Memory-Spiel = Hund bekommt Duftstoff und soll denselben heraussuchen (z.B. Teesorten unterscheiden).
  • Suche eines bestimmten Duftes
    • Sprengstoff, Drogen & Co. —> wenn Hund als Diensthund bei Polizei, Zoll & Co. arbeiten soll
    • Allergieauslöser —> wenn Frauchen/Herrchen Räume oder Lebensmittel auf Allergene prüfen möchten
    • Targetduft —> Ein beliebiger Duft (z.B. Vanille), den der Hund zukünftig suchen soll wird z.B. an Bäumen auf gesprüht und mit Flächensuche kombiniert oder als heimliche Hilfe, damit der Hund einen richtigen Gegenstand auswählt usw..
    • Trüffel(öl) —> Suchhund für Trüffel

Unendlich viele Einsatzmöglichkeiten!

Kombiniert mit Hürdenrennen (scent hurdle racing)

Podcast: Hundesportarten im Blick – Hürdenrennen mit Geruchsunterscheidung mit Pia Gröning

  • Flächensuche/Stöbersuche
  • Weg-Zurück-Suche/Rückspursuche  —> Gegenstand wird auf einen Weg abgelegt und der Hund soll den gesamten Weg zurück suchen bis er den Gegenstand gefunden hat.

Dummy-Training

  • Übungen sind angelehnt an die jagdliche Arbeit  nach dem Schuss
  • Apportieren
  • Markieren (Zuschauen und merken wo der Gegenstand im Gelände hinfällt.)
  • Einweisen (Sich vom Menschen im Gelände zum Gegenstand dirigieren lassen durch „Voran!“, „Rechts!“/“Links!“, „Stop!“, „Back!“)
  • Flächensuche (Eine Fläche nach dem Dummy absuchen.)
  • Schleppfährte (Dummyspur / flüchtendes, verletztes Wild verfolgen.)
  • Wasserarbeit

Fährtenarbeit/Spurensuche

  • Klassisch —> Der Hund sucht nach den durch die Bodenverletzung entstandenen Bakterien.
  • Schleppfährte —> eine Wurst oder ein Stück Pansen werden an einem Band über den Boden auf der eigenen Spur gezogen  kann zur Suche nach Eigenfährte ausgebaut werden.
  • Wurstwasserfährte —> Fährte wird mittels Wurstwasser gesprüht/gespitzt/getropft/getupft
  • Target-Duft-Fährten —> Wenn der Hund bei der Geruchsunterscheidung gelernt hat einen bestimmten Duft zu suchen, kann man damit auch eine Fährte legen.
  • Schleppfährte & Apportieren (aus den Jagdprüfungen abgewandelt) –> Fährte wird mittels Futterbeutel gezogen (FREIE Suchvariante).
  • Weg-zurück-Suche / Rückspursuche –> der Hund sucht die Spur seines Menschens RÜCKWÄRTS und apportiert den gefundenen Gegenstand (FREIE Suchvariante).

Das war erstmal ein Überblick, was es so alles in der Welt der Nasenarbeit zu entdecken gilt. Man kann entweder direkt allein loslegen – Anregungen gibt es z.B. in meiner DVD. Aber auch viele Hundeschulen bieten Kurse zum Thema Nasenarbeit an. Und wer ernste Absichten hat, der kann sich natürlich auch den Rettungshundestaffeln anschließen!

Ansonsten sehen wir uns vielleicht auch mal bei unseren Schnüffeltagen? Ein Urlaub im Ruhrgebiet Grenze Münsterland lohnt sich immer!

Seminare: Schnüffeltage

Hundeschule: Kurs Nasenarbeit zum Reinschnuppern

DVD Nasenarbeit

Onlinekurs Nasenarbeit

Suchspiele für Welpen, absolute Anfänger – auch ganz toll geeignet für ängstliche Hunde

Eine Beratung zu möglichen Trainingshilfsmitteln:

Zubehör für Nasenarbeit

Tricktraining

Weitere Infos folgen demnächst!


Wer statt zu lesen lieber hört, findet auch eine Podcastfolge von Manuela Zaitz zu dem Thema Tricktraining:

Bilder & Ideen vom Tricktraining

Treibball – eine Sportart für jeden Hund (von Pia C. Gröning)

Treibball ist spannend! Ob allein für sich Zuhause trainiert oder als Trainingsgruppe in der Hundeschule – es lässt sich überall spielen – und im Prinzip von jedem Hund! Weder die Größe spielt eine Rolle noch die Rasse. Das Treiben ist schlicht und einfach ein Trick und erfordert kein besonderes Interesse an Bällen. Im Gegensatz zu anderen Sportarten wie z.B. Agility gibt es auch keine besonderen Gesundheitsanforderungen an den Hund. Er sollte sich lediglich schmerzfrei in dem Tempo seiner Wahl fortbewegen können. 

Großes Endziel beim Treibball ist, dass der Hund auf einem Spielfeld acht Treibbälle in ein Tor versenkt. Der Hundeführer steht am Tor und lenkt den Hund von da aus über das Spielfeld. 

Das Spiel beginnt mit einem „Outrun“. Hierbei wird der Hund vom Tor aus hinter die Bälle geschickt, die ähnlich wie beim Billiard in einiger Entfernung liegen. Der Hund wird hinter den Bällen gestoppt und startet auf Signal mit dem Treiben. Die Bälle sollen in möglichst kurzer Zeit ins Tor bugsiert werden – ohne dabei vom mit Flatterband markierten Spielfeld runter zu rollen. Hier ist einerseits Schnelligkeit gefragt, aber bei zu viel Tempo passiert es schnell dass der Ball außer Kontrolle gerät und ebendieses Spielfeld verlässt oder das Tor nicht trifft. So ist manch ein langsamer – aber dafür zielgerichteter Hund letztendlich doch im Vorteil, weil ihm der Ball seltener außer Kontrolle gerät. 

Mit Hilfe von Signalen wie „Voraus!“, „Links!“ und „Rechts!“ lässt sich der Hund auf dem Spielfeld lenken. Wenn man den Hund voraus geschickt hat, muss er den Ball meist halb umrunden um den Ball Richtung Tor zu treiben. Dies alles sind Übungen, die man sowohl im Alltag als auch für andere Sportarten gut gebrauchen kann.

Das Treiben mit geschlossener Schnauze steht im Vordergrund, damit die Bälle nicht beschädigt werden. Auch deswegen ist ein lenkbares Erregungsniveau von Nöten!

Aber auch im kleineren Rahmen wie z.B. im Garten oder im Wohnzimmer gibt es anspruchsvolle Herausforderungen!

Leider haftet der Sportart Treibball die eine oder andere Dominanztheorie an – vermutlich durch den Erfinder der Sportart (Jan Nijbour). Doch gerade ohne solche Theorien lässt sich das Erlernen der Sportart systematisch in kleinen Trainingsschritten mit Hilfe des Clickers erlernen.

Zuerst geht es darum den Hund das Anstubsen des Balles beizubringen. Das kann man entweder über das freie Formen mit dem Clicker machen oder mit Hilfe eine Targets (z.B. Klebezettel am Ball) oder auch über Futterlocken – indem man den Ball z.B. auf eine am Boden liegende Leiter legt und unter den Ball Leckerchen streut. Um daran zu kommen, muss der Hund den Ball wegschubsen und so ist das erste Treiben bereits initiiert.

Parallel übt man das Umrunden des Balles – bzw. es ist meist einfacher das Umrunden erst an Hand anderer Gegenstände beizubringen und später auf den Ball zu generalisieren, sonst könnte es den Hund verwirren, wenn er in der Lernphase mal stubsen und mal umrunden soll.

Das Umrunden wird auch auf Distanz trainiert. Der Hund wird als zu einem entfernt liegenden Gegenstand geschickt um ihn zu umrunden. Hinzu kommt, dass er sich genau hinter dem Gegenstand stoppen lässt, um später zu erlernen den Ball immer Richtung Mensch zu treiben.

Klappen die Grundlagen dann gibt es viele nette Variationen wie z.B. „Wasser-Ball“ für heiße Sommertage oder „Cross-Ball“ (über Stock und Stein) und vieles mehr!

Die Treibball-Grundlagen kannst du gut mit Hilfe dieser DVD und Trainingskarten lernen oder bei einem unserer Seminare.

Wald Agility von Joy Behrendt

Eine tolle Möglichkeit seinen Hund auch auf den Spaziergängen körperlich zu fordern ist „Wald-Agility“. Das Körpergefühl und die Geschicklichkeit ihres Hundes werden verbessert und zudem stärken solche gemeinsamen Aktivitäten die Bindung zwischen Hund und Halter. Wichtig ist aber natürlich auch hier, wie immer bei Spaziergängen im Wald auf Flora und Fauna Rücksicht zu nehmen und Leinenpflicht sowie auch Brut- und Setzzeiten der Wildtiere zu beachten.

Den Begriff „Agility“ kennen einige wahrscheinlich aus dem Hundesport und verbinden es direkt eher mit einem Hundeplatz und vielen verschiedenen Geräten, die benötigt werden, um einen ganzen Parcours zu erstellen, den der Hund in Windeseile durchlaufen soll.

Aber warum nicht einfach mal alles nutzen, was die Natur uns auf unseren Spaziergängen so bietet? Jeder Baum, ob stehend oder umgefallen, jede Baumwurzel, jeder Stamm oder große Stein kann fürs Wald-Agility genutzt werden. Besonders nach den ganzen größeren Stürmen in den letzten Jahren, liegen in unseren Wäldern überall noch genügend Hindernisse auf den Wegen, die man erklimmen oder unter denen man durch kriechen kann. 

Anders als beim üblichen Agility kommt es bei der Waldvariante aber nicht auf Schnelligkeit an. Lassen Sie Ihren Hund ruhig langsam über die Hindernisse klettern und balancieren, sodass er sich vollends auf den Untergrund konzentrieren und Schritt für Schritt gehen kann. Seien Sie dabei besonders in den Anfängen oder bei z.B. besonders schmalen Baumstämmen, über die der Hund balancieren soll, als Stütze an der Seite ihres Hundes. Auch dies ist wieder ein wichtiger Punkt bei der Stärkung der Bindung und des Vertrauens zwischen Ihnen und Ihrem Hund, denn so lernt er, dass Sie ihm in schwierigen Situationen Halt geben. 

Auf den einzelnen Hindernissen kann man dann auch super bereits vorhandene Signale abfragen: schafft es der Hund sich auf den schmalen Baumstamm zu setzen oder gar zu legen? Kann er auf dem Stein sitzend ein Pfötchen geben? Kann er unter einem abgefallenen Ast durchkriechen? Was auch immer ihr Hund an Signalen und Tricks beherrscht lässt sich evtl. auch in verschiedensten Situationen und auf verschiedensten Untergründen durchführen. Aber Achtung: Denken Sie daran, diese gemeinsame Aktivität soll Ihnen und Ihrem Hund Spaß machen. Versucht ihr Hund also einige Male sich z.B. auf den Baumstamm zu setzen, traut sich aber einfach nicht, weil es zu wackelig oder zu schmal ist, dann loben Sie den Versuch und probieren Sie es halt beim nächsten Gang nochmal.

Je geschickter der Hund wird und je besser er die Wortsignale zu den einzelnen Übungen beherrscht, wie z.B. „Hopp“ für das springen auf einen Baumstumpf o.ä. oder „rum“ für das umrunden eines Baumes, umso mehr kann man auch mal auf Distanz arbeiten, d.h. ich muss meinen Hund nicht mehr ganz ans Hindernis heranführen, sondern kann aus einiger Entfernung auf den Baum zeigen, den der Hund umrunden soll und ihn mit entsprechendem Signal losschicken. Die Arbeit auf Distanz, aber auch generell die gemeinsamen Aktivitäten führen meist dazu, dass die Hunde viel aufmerksamer werden auf den Spaziergängen und immer mal wieder schauen, ob ihr Menschen nicht gleich wieder eine tolle Aktion mit ihnen startet. Macht den Hunden das Ganze so richtig Spaß kann man auch oft erleben, dass sie sich die Hindernisse, an denen sie schon einmal mit Ihnen eine Übung gemacht haben merken und sie bei den nächsten Spaziergängen ganz selbstständig erklimmen und Sie als Besitzer freudestrahlend und erwartungsvoll anschauen.

Es ist übrigens noch kein Meister vom Himmel gefallen: Zeigt ihr Hund nicht gleich beim ersten Mal eine riesen Geschicklichkeit, bitte nicht gleich aufgeben. Körpergefühl und Gleichgewichtssinn kann man trainieren und durch ständiges Üben weiter ausbauen. Am Ende bringt es ihrem Hund nicht nur beim Wald-Agility was, sondern auch in alltäglichen Lebenssituationen, wenn er z.B. eine unbekannte steile Treppe mit Ihnen hinauf steigen oder über eine Brücke laufen soll. Je mehr er sich in neuen Bewegungen und Abläufen üben kann und vor allem sie mit Ihnen zusammen auf positive Art und Weise kennen gelernt hat, umso leichter wird er Ihnen dann auch im Alltag vertrauen und neue Herausforderungen mit Ihnen gemeinsam meistern.

Hier nochmal zusammengefasst, welche Hindernisse und Übungen beim Wald-Agility nutzen kann:

Bäume Umrunden, mit den Vorderpfoten dran hoch steigen
Umgefallene Baumstämme drauf oder drüber springen, hinüber balancieren, sitzen/liegen und andere Tricks auf dem Stamm machen, Vorderpfoten auf dem Stamm- Hinterpfoten am Boden oder umgekehrt und so den Stamm entlang laufen, ggf. Stamm umrunden; alles auch aus der Distanz
Baumreihen Slalom, verschiedene Umrundungsvarianten wie z.B. eine 8
Baumwurzeln hinüber klettern, darauf sitzen/liegen, ggf. vorhandene Tricks zeigen, wie z.B. Pfote geben o.ä., umrunden
Sitzbänke drauf springen, drüber balancieren, über die Banklehne springen (je nach Höhe der Bank und Größe und Fitness des Hundes) ; Bank umrunden; darunter her kriechen, darauf sitzen/liegen, ggf. vorhandene Tricks zeigen, wie z.B. den Diener (Vorderhand des Hundes am Boden, Popo des Hundes in der Luft), Vorderpfoten auf Banklehne
Steine/Baumstümpfe drauf springen, umrunden, darauf sitzen/liegen, ggf. vorhandene Tricks zeigen, wie z.B. die Vorderpfoten auf den Baumstumpf und die Hinterhand des Hundes bewegt sich einmal komplett im Kreis um den Stumpf herum
Heruntergefallene Äste drüber springen, darunter her kriechen; Äste selbst sammeln und wie eine Leiter in einigen Abständen hintereinander legen und den Hund darüber laufen lassen (fördert Koordination und Geschicklichkeit)
Tunnel, z.B. durch Bachläufe auf Signal hindurch laufen (lieber nur kurze Tunnel nutzen und prüfen ob der Tunnel groß genug ist und der Hund ohne Probleme durch passt und sich auch darin drehen könnte und auch keine Gitter & Co. den Weg versperren)

Die nächsten Termine zum Thema Spaß & Beschäftigung

Feb 2019

  Datum und Uhrzeit Veranstaltung
24.02.2019
10:00 - 17:00
"TRICKTRAINING - Vorbereitung auf Hollywood!" - mit Manuela Zaitz
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl

Mrz 2019

  Datum und Uhrzeit Veranstaltung
02.03.2019 - 03.03.2019
9:30 - 17:00
MANTRAILING FÜR TRAINER (Modul2) - mit Dagmar Spillner und Hanna Rode
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl
23.03.2019 - 24.03.2019
9:30 - 17:00
MANTRAILING FORTGESCHRITTENEN-SEMINAR - mit Dagmar Spillner und Hanna Rode
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl
31.03.2019
10:00 - 17:00
"TRICKTRAINING - Vorbereitung auf Hollywood!" - mit Manuela Zaitz
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl

Apr 2019

  Datum und Uhrzeit Veranstaltung
Lina Engelken 13.04.2019 - 14.04.2019
10:00 - 17:00
FRISBEE-WORKSHOP für Anfänger und Fortgeschrittene mit Lina Engelken
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl
13.04.2019 - 14.04.2019
10:00 - 17:00
Kreativer Anfangsunterricht mit Schulhund mit Isis Mengel
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl
26.04.2019
10:00 - 17:00
Zusatzqualifikation für Hundetrainer-/innen: LONGIERTRAINING FÜR DEN HUND - mit Pia Gröning
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl
27.04.2019 - 28.04.2019
9:00 - 17:00
Zusatzqualifikation für Hundetrainer/-innen: HOOPERS Lehrgang mit Michael Kroner
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl
29.04.2019 - 30.04.2019
9:00 - 17:00
Zusatzqualifikation für Hundetrainer/-innen: HOOPERS Lehrgang mit Michael Kroner
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl

Mai 2019

  Datum und Uhrzeit Veranstaltung
Katja Krauß 18.05.2019 - 19.05.2019
10:00 - 16:00
SCHIMMELSUCHE MIT HUND (Schnupperseminar) mit Katja Krauß
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl
25.05.2019
10:00 - 16:00
SCHNÜFFELTAG SCHWERPUNKT STÖBERN NACH GEGENSTÄNDEN UND GERUCHSUNTERSCHEIDUNG - mit Pia Gröning
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl
26.05.2019
10:00 - 13:00
"LONGIERTRAINING MIT DEM HUND FÜR FORTGESCHRITTENE TEAMS" - mit Pia Gröning
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl

Jun 2019

  Datum und Uhrzeit Veranstaltung
08.06.2019 - 10.06.2019
10:00 - 17:00
Mehrhundehaltung: Tipps & Tricks für ein harmonisches Zusammenleben - mit Pia Gröning
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl
29.06.2019
10:00 - 17:00
CAVALETTITRAINING INTENSIV - mit Katrin Stiller
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl
30.06.2019
10:00 - 17:00
EFFEKTIVES TRAINING DURCH MOTIVATION UND OPTIMALE ARBEITSSPANNUNG - mit Katrin Stiller
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl

Jul 2019

  Datum und Uhrzeit Veranstaltung
06.07.2019 - 07.07.2019
10:00 - 17:00
RHODESIAN RIDGEBACK SPEZIAL - mit Cathy Chapados
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl

Aug 2019

  Datum und Uhrzeit Veranstaltung
Nadia Winter 10.08.2019 - 11.08.2019
10:00 - 17:00
NATURSPRÜNGLICHKEIT - ein Leben in Freiheit mit Nadia Winter
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl
17.08.2019 - 18.08.2019
9:30 - 17:00
MANTRAILING FORTGESCHRITTENEN-SEMINAR - mit Dagmar Spillner und Hanna Rode
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl

Okt 2019

  Datum und Uhrzeit Veranstaltung
03.10.2019
10:00 - 16:00
SCHNÜFFELTAG SCHWERPUNKT SPURENSUCHE - mit Pia Gröning
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl

Mai 2020

  Datum und Uhrzeit Veranstaltung
21.05.2020 - 22.05.2020
9:00 - 17:00
Zusatzqualifikation für Hundetrainer/-innen: HOOPERS Lehrgang mit Michael Kroner
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl
23.05.2020 - 24.05.2020
9:00 - 17:00
Zusatzqualifikation für Hundetrainer/-innen: HOOPERS Lehrgang mit Michael Kroner
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl
Allgemein, Kursankündigungen

Start des Antijagdkurses

Am Mittwoch, den 8. Mai 2019 startet um 19 Uhr der nächste Antijagdkurs  (für nähere Infos bitte klicken) unter der Leitung von Pia Gröning. Weitere Termine sind jeweils mittwochs um 19 Uhr: 15./22.Mai und 5./12./19./26. Juni und 3. Juli 2019.

Der Kurs eignet sich für alle Hunde, die nicht abgeleint werden können und/oder am Wild nicht zuverlässig abrufbar sind.

Diesen Kurs gibt es auch in kompakter Wochenendvariante oder als Seminarwoche, außerdem als ONLINEKURS und natürlich als Buch.

Zur Anmeldung reicht es einfach, das Kontaktformular auszufüllen und reinzuschreiben, dass man verbindlich an diesem Kurs teilnehmen möchte. Die organisatorischen Infos, die Rechnung etc. folgen dann ca. 1-2 Wochen vor Kursbeginn per Email.

 

Wissenswert

Balance für Körper, Geist – und Verhalten von Hundetrainerin & Pädagogin Bibi Degn

Balance für Körper, Geist - und Verhalten

von Hundetrainerin & Pädagogin Bibi Degn

Lange ging man davon aus, dass ein guter Hundetrainer „klar macht”, wer der Boss ist: Sicher nicht der Hund! In der Hunde-Erziehung wurde Widerstand als Sturheit und als Versuch angesehen, dem Tierhalter „die Butter vom Brot zu nehmen”. Glücklicherweise haben sich diese Ansichten überholt – und die Hunde sind froh drüber. Nach wie vor wird das Verhalten als das Ziel unserer Bemühungen betrachtet- aber das ist nicht alles – und nicht immer der nachhaltigste Zugang.

Gründe hinter beharrlichen Verhaltensweisen

Lassen Sie uns einmal annehmen, dass es Gründe gibt, warum ein Hund an einem Verhalten festhält. Verhalten ist Ausdruck davon, wie sich ein Hund fühlt. Anhaltend unangepasstes Verhalten ist meist nicht durch einen speziellen Auslöser verursacht, sondern ein Ergebnis von allerlei Erfahrungen, Stress oder Lebensumständen. Der von uns wahrgenommene scheinbare Auslöser ist nicht mehr als der Tropfen, der ein Fass zum Überlaufen bringt.

In der Tellington TTouch®Methode schaut man das Tier in seiner Gesamtheit an. Alle Zusammenhänge, Einflüsse und Vernetzungen um ein Wesen bewirken Veränderungen, welche dann wiederum eine vielfältige Wirkung entfalten. Wir müssen uns nicht auf das Problem konzentrieren, um ein Verhalten zu ändern.

Foto: Lara Meiburg
Foto: Annalena Kuhn

Die psychische, mentale und emotionale Balance

Physische, mentale und emotionale Zustände bilden ein Netzwerk, das sich dauernd gegenseitig beeinflusst. Mangelhafte physische (körperliche) Balance finden wir vernetzt mit Unruhe und Angespanntheit (beides jetzt psychische Themen), dies wiederum mit einer Tendenz zum reaktiven Verhalten anderen Hunden gegenüber oder zum Leinenziehen.

Hunde mit schlechter mentaler Balance neigen dazu, kurze Phasen der Aufmerksamkeit zu haben. Sie werden wahrscheinlich beschrieben als unaufmerksam, langsame Lerner, unaufmerksam ihren Menschen gegenüber. Körperlich finden wir Angespanntheit rund um den Kopfbereich und ein trockenes Maul.

Fehlende emotionale Balance kann hinter ängstlichem, um Aufmerksamkeit heischendem oder zwanghaftem Verhalten stehen, das manchmal als „neurotisch“ bezeichnet wird.

Wenn man weiter forscht, findet man auch anderes auffälliges Verhalten, wie beispielsweise, dass sie nicht still stehen können, oder körperliche Merkmale, oft, dass sie kalte Pfoten und/oder einen instabilen Stand haben.

Die Tellington Arbeit setzt hier am Körper an mit TTouch und Bodenarbeit, um der Ganzheit Hund zu begegnen und damit auch das Verhalten positiv zu beeinflussen.

Was können wir tun?

Beides stimmt. Mein emotionaler Zustand beeinflusst meinen Körper, in Haltung, Ausdruck, aber auch in seiner Gesundheit.

Umgekehrt beeinflusst der Zustand meines Körpers auch die emotionale Balance und damit sehr deutlich auch das Verhalten von Mensch oder Tier.

Foto: Leonie Hochrein

Ihr Hund ist bereits perfekt!

Wenn wir ihm Wege ebnen, das zu tun, was wir von ihm wollen – wird er das tun!

Bibi Degn

Bibi Degn, vom Grundberuf Pädagogin, hat sich der Schulung von Tieren und ihren Menschen gewidmet. Seit 2002 ist sie Ausbilderin und Ausbildungsleitung der Tellington TTouch Methode in Deutschland in enger Zusammenarbeit mit Linda Tellington-Jones.

Ihre Leidenschaft gilt der achtsamen und liebevollen Begegnung von Tieren und Menschen und einem Tier-Mensch-Kontakt, der für beide Teile zu Lebensqualität führt.

Mehr zu Bibi Degn

Podcast: Tellington TTOUCH mit Bibi Degn

Körperbandagen mit Bibi Degn

Anleitung zum Anlegen der halben Körperbandage

Podcast: Bachblüten für Hunde mit Katrien Lismont

Bachblüten können eine hervorragende Ergänzung im Verhaltenstraining für Tiere sein. In dieser Podcastfolge bekommst Du von Katrien Lismont Infos zum Was & Wie, ob Du Fertigmischungen verwenden kannst und vieles mehr.

Die nächsten Termine zum Thema Entspannung

Feb 2019

  Datum und Uhrzeit Veranstaltung
23.02.2019
10:00 - 17:00
TELLINGTON TTOUCH SCHNUPPERTAG - mit Bibi Degn
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl

Mrz 2019

  Datum und Uhrzeit Veranstaltung
23.03.2019 - 24.03.2019
10:00 - 17:00
RELAX.... AUCH AN DER LEINE - mit Katrien Lismont
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl
25.03.2019
19:00 - 21:00
ABENDVORTRAG "STRESS UND STRESSMANAGEMENT" - mit Joy Behrendt
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl
29.03.2019
10:00 - 17:00
TELLINGTON TTOUCH SCHNUPPERTAG - mit Bibi Degn
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl

Apr 2019

  Datum und Uhrzeit Veranstaltung
01.04.2019
19:00 - 21:00
Abend-Workshop ENTSPANNUNGSÜBUNGEN FÜR DEN MENSCH - mit Yoga- und Entspannungslehrerin Beate Danowski 
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl

Mai 2019

  Datum und Uhrzeit Veranstaltung
08.05.2019
19:00 - 21:00
ABENDVORTRAG "LEINENAGGRESSION" - mit Joy Behrendt
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl

Aug 2019

  Datum und Uhrzeit Veranstaltung
03.08.2019
10:00 - 17:00
LEINENFÜHRIGKEIT FÜR IMPULSIVE HUNDE - mit Bibi Degn
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl
04.08.2019
10:00 - 17:00
TELLINGTON TTOUCH SCHNUPPERTAG - mit Bibi Degn
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl

Okt 2019

  Datum und Uhrzeit Veranstaltung
19.10.2019 - 20.10.2019
10:00 - 17:00
ENTSPANNUNG AUCH IN KRISENSITUATIONEN - mit 4 Referentinnen
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl
19.10.2019
10:00 - 17:00
TELLINGTON TTOUCH SCHNUPPERTAG - mit Bibi Degn
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl
20.10.2019
10:00 - 13:00
TELLINGTON BODENARBEIT SCHNUPPER-HALBTAG - mit Bibi Degn
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl

Dez 2019

  Datum und Uhrzeit Veranstaltung
16.12.2019 - 19.12.2019
10:00 - 17:00
Zusatzqualifikation für Hundetrainer/-innen: TELLINGTON TTOUCH METHODE - mit Bibi Degn
Pfotenakademie Ruhrgebiet, Marl
Wissenswert

Auslandtierschutz – Fremde im Paradies

Auslandtierschutz

Fremde im Paradies von Hundetrainer & Verhaltensberater Gerrit Stephan

Das Paradies kann die Hölle sein. Diese Erfahrung machen viele Hunde, die durch wohlmeinende Organisationen und gutherzige Menschen von ausländischen Strassen in ein Leben bei freier Kost und Logis versetzt werden. Für den Hundetrainer und Verhaltensberater Gerrit Stephan sind es zu viele. Er fragt: Ist es wirklich sinnvoll, Hunde aus Tierheimen, Auffang- bzw. Tötungsstationen in den entsprechenden Ländern zu retten und als Familienhunde in Länder mit hohem Lebensstandard zu vermitteln?  Und wenn ja, unter welchen Bedingungen?

Ist es wirklich sinnvoll?

Diese Frage gehört neben Erziehung und Ernährung zu den Themenkreisen, die unter Hundehaltern, Tierschützern und Trainern besonders kontrovers diskutiert werden.

Zunächst müssen wir klar feststellen: Die Vermittlung dieser Hunde in andere Länder verbessert die Situation der Hunde in den Herkunftsländern nicht. In Bezug auf das Hauptproblem, die Populationsgrösse, erzeugt man mit der Vermittlung nur winzige Lücken, die augenblicklich aufgefüllt werden.

Hunde haben im Windschatten der menschlichen Zivilisation ihre Fortpflanzungsstrategie angepasst und optimiert. Im Gegensatz zu allen Wildcaniden sind Hunde nicht saisonal, die Fähen erreichen die Geschlechtsreife sehr früh und sind dann unabhängig von der Jahreszeit in der Lage 2-3 Würfe pro Jahr aufzuziehen.

Der Nachwuchs kommt in diesem speziellen Lebensraum schon sehr früh eigenständig zurecht, der Aufwand für die Brutpflege ist im Vergleich zu anderen Caniden sehr gering. Aus diesem Grund sind selbst die gross angelegten Tötungsaktionen der lokalen Behörden mittelfristig völlig wirkungslos. Schon nach wenigen Jahren sind die Hunde vollzählig zurück.

Kastrationsaktionen = Die Lösung?

Kastrationsaktionen lösen das Problem nicht zuverlässig. Die Kastration von Rüden ist mit relativ wenig Aufwand verbunden, hat jedoch einen entscheidenden Nachteil: Bleibt auch nur ein einzelner Rüde eines Areals intakt, wird dieser nahezu alle deckbereiten Fähen belegen. Die Geschwindigkeit, mit der freigewordene Lebensräume aufgefüllt werden, wird also vor allem durch die Anzahl der fruchtbaren Hündinnen bestimmt.

Die Kastration von Hündinnen ist jedoch deutlich aufwändiger und muss gleichzeitig bei einem sehr hohen Prozentsatz der Population erfolgen, um einen spürbaren Effekt zu haben.

Auf der Suche nach einer effizienten Populationskontrolle sollten wir daher wohl in erster Linie in die Forschung investieren: Gesucht wird ein nebenwirkungsarmer Wirkstoff, mit dem Hündinnen geringem Aufwand langfristig unfruchtbar gemacht werden können.

Verhältnisse in den Tierheimen

Das zweite grosse Problem sind die Verhältnisse in den Tierheimen der entsprechenden Länder. Hier (und nicht auf der Strasse) leiden die Hunde unter oft unsäglich schlechten Lebensbedingungen. Auch hier ändert das Entnehmen einzelner Hunde nichts.

Freiwerdende Plätze werden umgehend neu besetzt. Ein wichtiges Ziel des Auslandstierschutzes sollte es sein, die Verhältnisse in diesen Einrichtungen zu verbessern. Aber angesichts eines ungeminderten Populationsdrucks, dürfte sich diese Aufgabe als Fass ohne Boden erweisen.

Wirksame Hilfe für die Hunde in Russland/Rumänien/Spanien ist und bleibt gebunden an wirksame Populationskontrolle.

Ist es also komplett sinnlos, Hunde aus Tötungsstationen zu retten und als Familienhunde zu vermitteln? Sollte man das wirklich besser ganz lassen?

Meine Antwort ist hier ein klares Nein! Die Vermittlung von Nugget, Pepper und Karlson änderte zwar nichts an der Gesamtsituation in Rumänien, Russland und Spanien, für Nugget, Pepper und Karlson änderte sie aber ALLES.

Sinn und Unsinn des Importes von Hunden durch Auslandstierschutz-Organisationen reduziert sich tatsächlich auf die alles entscheidende Frage: Wird DIESER Hund in der neuen Umgebung ein gutes Leben haben?

Eine intakte Gemeinschaft ist für Hunde notwendige Bedingung für ein gutes Leben. Daher muss man sich die folgende Frage ebenfalls stellen: Finden wir Menschen, die mit DIESEM Hund glücklich werden?

Helfen wollen und helfen können sind zwei verschiedene Paar Schuhe und gerade in Fällen wo man unbedingt helfen will, muss man sich zunächst vergewissern, ob man überhaupt helfen kann. Lässt man diese wichtigen Fragen ausser Acht, läuft man Gefahr, alles nur noch schlimmer zu machen.

San Antonio street dogs breeding in the streets. (Quelle: Youtube)

Was können wir tun?

Was können wir also tun, um der Sache einen Sinn zu geben? Wie erhöhen wir die Chancen auf ein Happy End und wie reduzieren wir gescheiterte Vermittlungen auf ein unvermeidliches Minimum?

Als Trainer können wir viel zum Gelingen von Vermittlungen beitragen, sofern die Leute uns beauftragen. Die Arbeit mit Auslandshunden ist oft anspruchsvoll. Zunächst muss ein vernünftiger Kompromiss zwischen den Bedürfnissen von Hund und Halter gefunden werden und so kommen wir zu den Prioritäten für das anstehende Training. Während die Menschen meist die übliche Grunderziehung und das eine oder andere störende Verhalten im Auge haben, geht es für die Hunde zunächst um viel grundlegendere Dinge. Gerade in den ersten Monaten prasselt so viel Neues auf sie ein, dass auch die talentiertesten Kandidaten alle Mühe haben, in der neuen Umgebung anzukommen. Oft fehlt am Anfang noch die für alles weitere so wichtige Grundlage: Eine stabile, vertrauensvolle Beziehung zum neuen sozialen Umfeld.

Die Baustellen, die sich auftun, sind sehr verschieden. DEN Hund aus dem Ausland gibt es natürlich nicht. Die Kombination aus allen nur denkbaren Dispositionen und den ebenfalls sehr unterschiedlichen Vorgeschichten sorgt – vorsichtig ausgedrückt – für einige Abwechslung.

Dennoch gibt es wichtige Grundlagen. Neugier und Umwelterkundung sind unsere Trümpfe und sollten konsequent ermöglicht und gefördert werden. Ungewohnte, möglicherweise bedrohliche Alltagsreize sollten nach Möglichkeit angekündigt werden und für die Erstkontakte mit neuen Situationen und Umweltelementen gibt es einen schönen Merksatz, den man stets bedenken sollte: Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck!

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Uns stehen mächtige Werkzeuge der Verhaltensveränderung zur Verfügung, aber dennoch müssen wir gerade in diesem Zusammenhang offen kommunizieren: Unsere Möglichkeiten sind begrenzt!

Wann immer wir mit Menschen sprechen, die Hunde aus dem Ausland importieren, sollten wir sie deutlich auf die Grenzen von Training hinweisen und ihnen die folgenden Gedanken nahelegen:

1.

Umsichtige Auswahl der zu vermittelnden Hunde

Fragt euch nicht in erster Linie welchem Hund am dringendsten geholfen werden müsste, sondern vor allem, ob eine Vermittlung tatsächlich helfen kann. Macht euch klar: Jede gescheiterte Vermittlung bedeutet für Hund und Mensch grosses Leid. Am Ende führt der Hund ein endlos langes Leben in Angst und die betroffene Familie ist samt Umfeld auf Jahrzehnte für den Tierschutz verschlissen.

Und bitte: Hunde mit Ängsten sind schwierige Hunde. Sie mögen ruhig und zurückhaltend sein, aber es ist oft sehr, sehr schwer ihnen zu einem guten Leben zu verhelfen.

2.

Reiner Wein für die potentiellen Adoptanten

Hunde, die in einer völlig anderen Umgebung aufgewachsen sind, wird man mit dem Prädikat „Anfängerhund“ niemals gerecht.

Es ist auch bei jungen Hunden keine gute Voraussetzung die Integration in die Familie naiv und blauäugig anzugehen. Klärt auf euren Internetseiten über die typischen Anpassungsschwierigkeiten ebenso auf wie über die gesundheitlichen Aspekte der ganzen Geschichte. Es mag sein, dass diese Infos die Vermittlungsquoten drücken, aber Menschen, die sich von diesen mehr oder weniger häufigen Komplikationen abschrecken lassen, sollte man doch ohnehin keinen Hund vermitteln.

Vermittlungstexte für Auslandshunde lesen sich oft wie eine Mischung aus Waschmittelwerbung und Arbeitszeugnis. Wer sich ein wenig auskennt, weiss die Formulierungen zu deuten, aber die Menschen, die sich da über ein potentielles Familienmitglied informieren eben nicht. Es ist schlimm und unseriös genug, wenn oberflächliche Züchter und Vermehrer ihre Hunde vermarkten wie Fleisch gewordene Stofftiere. Hunde sind Persönlichkeiten und Hunde aus diesen Verhältnissen sind Persönlichkeiten mit schwieriger Vorgeschichte. Einen solchen Hund in die Familie zu integrieren ist stets ein mehr oder weniger grosses Abenteuer. Macht den Leuten das schon auf den Vermittlungsseiten klar!

Bitte seid in diesem Stadium der Vermittlung sehr ehrlich und bleibt möglichst sachlich. Natürlich ist die Entscheidung für einen Hund immer eine Herzensangelegenheit, aber die Tragweite dieser Entscheidung ist so gross, dass sie in erster Linie eine Vernünftige sein sollte. Und hey: Emotional wird es noch früh genug.

3.

Keine Vermittlung ohne Plan B

Die Vermittlung von Hunden in eine völlig fremde Umgebung ist ein komplexes Geschehen, in dem man nicht alle Faktoren unter Kontrolle hat. Es ist nicht möglich, zuverlässig vorher zu sagen, wie ein Hund sich unter diesen völlig anderen Umständen verhalten wird. Und auch gut informierte Adoptanten haben sich möglicherweise übernommen und, und, und.

Um es abzukürzen: Man kann bei der Vermittlung alles richtig machen und es geht trotzdem manchmal schief. Habt für den Fall, dass eine Vermittlung scheitert bitte eine akzeptable Alternative. Der Hund aus dem Ausland, der dann in einem deutschen Tierheim landet ist eine Katastrophe, die schlicht nicht passieren darf.

4.

Wenn ihr den Leuten nach der Vorkontrolle einen Hund anvertraut, dann vertraut ihnen bitte auch, wenn es in der Folge Probleme gibt.

Nehmt Sorgen und Schwierigkeiten ernst und steht diesen Menschen zu Seite. Das sollte selbstverständlich sein, aber zumindest meine Erfahrung hat gezeigt, dass dieses Vertrauensverhältnis oft schon bei den ersten Schwierigkeiten unter gegenseitigen Schuldzuweisungen beerdigt wird. Hier rächt sich dann auch schnell die allzu rosige Homepage.

Wenn die Menschen erst von Tierarzt oder Hundetrainer über die typischen Probleme dieser Hunde aufgeklärt werden, fühlen sie sich schnell hinters Licht geführt.

Wer sich mit diesen Gedanken im Hinterkopf für einen Hund aus dem Ausland entscheidet, erwartet keine Garantien und ist bereit für ein fantastisches Abenteuer. Die gute Nachricht ist: Wenn es gelingt, dann war nichts auf der Welt jemals sinnvoller, als der Import DIESES Hundes.

Und wann immer wir mit Menschen sprechen, die planen einen Hund aus dem Ausland bei sich aufzunehmen: Das ist jetzt ein guter Moment für Bescheidenheit und einen deutlichen Hinweis auf die Grenzen unserer Arbeit. Die folgenden Punkte können dazu beitragen, dass die anstehenden Entscheidungen weniger leichtfertig getroffen werden:

1.

Die gute Tat besteht nicht darin, einen Hund aus dieser „Hölle“ herauszuholen. Sie besteht darin, dauerhaft die Verantwortung für diesen Hund zu übernehmen. Überlegt bitte vorher, worauf ihr euch einlasst.

Jeder Hund ist eine Wundertüte. Man weiss nie, was drin ist und für Hunde aus dem Ausland gilt das natürlich ganz besonders. Es kann die verschiedensten Schwierigkeiten geben, denn diese Hunde kommen tatsächlich aus einer anderen Welt.

2.

Vergesst romantische Vorurteile wie das Märchen vom besonders sozialen Strassenhund. Eine Zwischenstation war für die meisten dieser Hunde ein Art Massentierhaltung in der sie unter Umständen sehr, sehr schlechte Erfahrungen mit Artgenossen gemacht haben.

3.

Vor allem aber streicht den romantischen Gedanken an Hunde, die für ihre Rettung dankbar sind. Diese Form von Vermenschlichung rächt sich oft bitter und wird den Hunden zum Verhängnis. Die Aufgabe, einem solchen Hund gerecht zu werden kann eine sehr, sehr undankbare sein, und wer Dankbarkeit erwartet wird möglicherweise eine tiefe Enttäuschung erleben.

Und wenn es so kommt: Der Hund kann nichts, aber auch rein gar nichts dafür. Das Leben dieser Tiere verläuft spätestens von ersten Tag im Tierheim an komplett fremdbestimmt. Sie haben schlicht keine Wahl. Egal wie problematisch ihr Verhalten auch sein mag. Es ist eine Anpassung an die aktuellen Verhältnisse auf dem Hintergrund ihrer Vorgeschichte und keines von beiden haben sie sich ausgesucht.

Gerrit Stephan

Der Name seiner Verhaltensberatung ist für den Biologen und Hundetrainer Gerrit Stephan Programm: Fave canem – Unterstütze den Hund. Schwerpunkt seiner Arbeit sind Trennungsstress und Hunde aus dem Auslandtierschutz. Ihnen widmet er sich als ATN-Dozent auch in seinen Referaten und Seminaren. Wissenschaftliches wie Wissenswertes und Unterhaltsames findet sich bei ihm aber auch unter Hunde in der Wissenschaft und Canine Science Slam.

Webinar von Pia Gröning: Tipps rund um den Einzug deines Tierschutzhundes

Kursankündigungen

Start des Rückruf- und Stop-Kurses

Am Mittwoch, den 8.5.2019 startet um 16 Uhr der nächste Rückruf- und Stop-Kurs unter der Leitung von Pia Gröning.

Die Termine sind: 8./15./22. Mai und 5. Juni 2019 (jeweils mittwochs um 16 Uhr)!

Der Kurs eignet sich für alle Mensch-Hund-Teams, die bereits einen Grunderziehungskurs besucht haben (bzw. diesen Trainingsstand haben) und noch etwas tiefer in das Thema einsteigen möchten.

Den Kurs gibt es auch in der kompakten Variante von einem Seminar-Tag!

Zur Anmeldung reicht es einfach, das Kontaktformular auszufüllen und reinzuschreiben, das man verbindlich an diesem Kurs teilnehmen möchte. Die organisatorischen Infos etc. folgen dann ca. 1-2 Wochen vor Kursbeginn per Email.

 

Kursankündigungen

Start des Dummy-Einführungs-Kurses (Nasenarbeit & Apportieren)

Am Montag, den 29. April 2019 startet um 18.30 Uhr der Kurs „Einführung ins Dummytraining“ unter der Leitung von Pia Gröning!

Termine: 29. April und 6./13./20./27. Mai  3. Juni 2019 jeweils 18.30 Uhr.

Dieser Kurs ist für alle die gedacht, die gerne mal ins Dummytraining reinschnuppern möchten. Beim Dummytraining geht es um das Apportieren und die Nasenarbeit. Der Hund kriegt verschiedene Aufgaben gestellt, die ursprünglich aus dem jagdlichen Einsatz stammen und somit eine tolle Ersatzbeschäftigung darstellen – aber auch nicht jagdlich interessierte Hunde lieben das Dummytraining – vorausgesetzt sie apportieren gerne. Weitere Infos zum Kurs HIER.

Zur Anmeldung reicht es einfach, das Kontaktformular auszufüllen und reinzuschreiben, das man verbindlich an diesem Kurs teilnehmen möchte. Die organisatorischen Infos etc. folgen dann ca. 1-2 Wochen vor Kursbeginn per Email.